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Fleischesser erkranken eher an Krebs

Rind, Fertiggerichte und Zucker erhöhen einer Studie zufolge die Entzündungswerte im Körper. Als Folge entarten Zellen.

Schlechte Nachrichten für Steak-Liebhaber: Das Krebsrisiko wurde empirisch bestätigt. Foto: Pexels.com
Schlechte Nachrichten für Steak-Liebhaber: Das Krebsrisiko wurde empirisch bestätigt. Foto: Pexels.com

Empfindlichkeiten und Unverträglichkeiten allüberall. Wenn es ans Essen geht, hören sich manche Gespräche an, als ob auf Beipackzetteln herumgekaut wird.

Das ständige Gerede über Nahrungsbestandteile und Allergien kann einem leicht den Appetit verderben. Trotzdem hat es sich herumgesprochen, dass manche Lebensmittel ungesünder sind als andere – zumindest wenn sie regelmässig und in erheblichen Mengen gegessen werden.

120'000 Personen über 26 Jahre untersucht

Ärzte und Ernährungswissenschaftler der Universität Harvard haben kürzlich verschiedene Lebensmittel und Ernährungsformen daraufhin untersucht, ob sie Entzündungen im Körper auslösen oder eher anti-entzündlich wirken. Tendenziell als ungesund geltende Nahrungsmittel wie rotes Fleisch, verarbeitete Fertiggerichte, raffinierter Zucker und stark gesüsste Limonaden erhöhten typische Entzündungswerte im Körper deutlich. Im Fachblatt JAMA Oncology beschreiben die Forscher aus Harvard nun, dass und wie eine entzündungsfördernde Ernährung das Risiko für Darmkrebs erhöhen könnte.

Dass eine Ernährung mit viel rotem Fleisch die Wahrscheinlichkeit für Darmkrebs geringfügig erhöht, ist bekannt. Das Team um Fred Tabung hat die Ernährungsweise und Krankengeschichte von mehr als 46'000 Männern und 74'000 Frauen über einen Zeitraum von 26 Jahren analysiert. Dabei zeigte sich, dass unter den Teilnehmern, die viel Fleisch und zuckerhaltige Produkte zu sich nahmen, nicht nur die Entzündungswerte höher lagen, sondern auch öfter Krebs vorkam.

«Entzündungen spielen insgesamt eine grosse Rolle in der Krebsentstehung», sagt Fred Tabung. «So begünstigt beispielsweise der chronische Reiz durch entzündliche Darmerkrankungen die Entstehung von Dickdarmkrebs. Umgekehrt können anti-entzündliche Arzneimittel wie Aspirin die Krebsentwicklung bremsen.»

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Video: Alkohol zerstört DNA und erhöht Krebsrisiko

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass beim Abbau von Alkohol die schädlichen Chemikalie Acetaldehyd entsteht, die die DNA von Stammzellen schädigt. Video: Reuters/TA

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Sind Entzündungs-Mediatoren wie das C-reaktive Protein, Interleukin-6 oder der Tumor-Nekrose-Faktor alpha jedoch dauerhaft erhöht, werden permanent Zellen und Gewebe angegriffen und drohen unter dem Dauerbeschuss leichter zu entarten, sodass sich Krebs entwickeln kann. Als kurzer Reiz hat eine Entzündung kaum Folgen, wird sie chronisch – wie bei manchen Formen der Ernährung, aber auch bei Übergewicht –, können alle Organsysteme und Blutgefässe in Mitleidenschaft gezogen werden.

Anders als es die populäre Vorstellung nahelegt, sind Keime oder andere Erreger von aussen keineswegs die Voraussetzung für eine chronische Entzündung. Der Entzündungsprozess kann vielmehr durch Stress, Depressionen und andere psychische Belastungen sowie die Ernährung oder auch deutliches Übergewicht ausgelöst und dauerhaft stimuliert werden.

Als anti-entzündlich gelten Salate, Karotten, Kohl Kartoffeln, Getreide, aber auch Bier, Wein, Tee, Kaffee – und Pizza.

Dass Unzufriedenheit auf Dauer krank macht und ein ungesunder Lebensstil dem Körper zusetzt, wenn er ihn nur lange genug ertragen muss, wissen Ärzte zwar schon länger. Vieles spricht aber dafür, dass gesund oder krank entscheidend davon abhängt, ob Entzündungen entstehen oder verhindert werden können.

Als anti-entzündliche Lebensmittel gelten Salate, etliche Gemüse wie Karotten, Kohl und Kartoffeln, Getreide, aber auch Bier, Wein, Tee, Kaffee - und Pizza. Ausserdem werden körpereigene Entzündungen zurückgedrängt durch regelmässige Bewegung, Entspannung und Stressabbau. Zwar gibt es keine Methode, die zuverlässig vor Krebs schützt, eine entsprechende Lebensführung wird aber als Mittel der Wahl angesehen, um die Wahrscheinlichkeit ein wenig zu verringern. Vor lauter Ernährungsplänen sollte allerdings nicht die Lust am Essen verloren gehen – mit Freude zu geniessen, ist definitiv gesünder und macht mehr Spass als die griesgrämige Nahrungsaufnahme nach Plan oder Entzündungs-Index.

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