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Forscher identifizieren gefährlichen EHEC-Erreger

Wissenschaftler haben den Keim gefunden, der die lebensgefährliche EHEC-Darmerkrankung auslöst. Der Erreger ist gegen viele Medikamente resistent. Eine erste Infektionsquelle ist nun ebenfalls bekannt.

Wettlauf gegen die Zeit: Ein Forscher analysiert EHEC-Bakterienproben in der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf.
Wettlauf gegen die Zeit: Ein Forscher analysiert EHEC-Bakterienproben in der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf.
Reuters

Gesundheitsexperten haben eine erste Infektionsquelle für den gefährlichen Durchfallerreger EHEC nachgewiesen. Am Hamburger Hygieneinstitut sei das Bakterium an vier Salatgurken gefunden worden, sagte Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) in der Hansestadt.

Drei der Gurken stammten aus Spanien, von der vierten sei die Herkunft vorerst noch unklar. Alle entsprechenden Produkte würden aus dem Warensortiment genommen, sagte die Senatorin.

«Alter Bekannter»

Wie das Uni-Klinikum Münster mitteilt, stellten die Forscher gestern Abend fest, dass es sich um «einen Vertreter des Typs HUSEC 41 des Sequenztyps ST678» handelt.

Den Angaben zufolge ist dies einer von «42 repräsentativen EHEC-Typen», die seit 1996 in Deutschland bei Patienten aufgetreten sind. Mit diesem EHEC-Typ sei es bislang weder in Deutschland noch weltweit zu dokumentierten Ausbrüchen gekommen. Der EHEC-Typ sei ein «alter Bekannter», der bislang nicht «auffällig in Erscheinung getreten» sei, sagte der Direktor des Instituts für Hygiene des Uni-Klinikums, Helge Karch. Nach ersten Erkenntnissen ist der EHEC-Typ besonders resistent und spricht unter anderem auf Penicillin nicht an.

Suche nach Übertragungswegen dauert an

Laut dem Klinikum begannen Karch und sein Team mit der Entwicklung eines Testverfahrens, mit dem bei Patienten mit Verdachtsfällen eine schnelle Bestätigung der neuen Erregervariante durchgeführt werden soll. Der Test solle in wenigen Tagen zur Verfügung stehen. Dieser solle auch helfen, die Epidemiologie von HUSEC 41, «zu der wir noch nichts wissen, aufzuklären», betonte Karch. Die Identifizierung der Erregervariante sei «ein wichtiger Schritt auf der Suche nach den Übertragungswegen».

Das Robert-Koch-Institut (RKI) rät wegen des gefährlichen Durchfall-Erregers EHEC vom Verzehr roher Tomaten, Salatgurken und Blattsalate aus Norddeutschland ab. Laut RKI ist Norddeutschland nach wie vor am stärksten von denn Erkrankungen betroffen. Daher sei es denkbar, dass die kontaminierten Lebensmittel vorrangig dort vertrieben werden. Allerdings seien dem RKI auch EHEC-Fälle aus anderen Bundesländern gemeldet worden, sodass es auch dort kontaminierte Lebensmittel geben könnte.

In Deutschland gibt es nach RKI-Angaben bislang rund 140 Fälle schwerer Erkrankungen. Insgesamt haben sich bisher nach einer DAPD-Umfrage rund 400 Menschen mit dem aus Rinderkot stammenden Durchfallerreger angesteckt. Vier Menschen sind an den Folgen der EHEC-Infektion gestorben.

dapd/sda/kpn, bru

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