Zum Hauptinhalt springen

Widerstand gegen Affenversuche an Zürcher Hochschulen

Vier Makaken-Männchen kommen bis Ende Jahr von Holland nach Zürich.

«Alternativen entwickeln»: Gegen Experimente mit Primaten formiert sich politischer Widerstand. Bild: Keystone/AP/Joerg Sarbach
«Alternativen entwickeln»: Gegen Experimente mit Primaten formiert sich politischer Widerstand. Bild: Keystone/AP/Joerg Sarbach

In Zürich finden erstmals seit Jahren wieder Versuche an Primaten statt. Dagegen sind Tierschützer juristisch vorgegangen – vergebens. Vor knapp sechs Monaten hiess das Zürcher Verwaltungsgericht einen neurowissenschaftlichen Versuch mit Makaken gut. Bis Ende des Jahres sollen vier dieser Tiere von einem Forschungszentrum in der Nähe von Den Haag nach Zürich kommen.

Nun formiert sich politischer Widerstand gegen Tierversuche. Am radikalsten ist die nationale «Tierversuchsverbots-Initiative» eines St. Galler Komitees. Diese will nicht nur alle Versuche an Tieren, sondern auch am Menschen verbieten. Zudem sollen Handel, Import und Export von Produkten von Branchen verboten werden, die Tierversuche durchführen. Die Unterschriftensammlung beginnt nächste Woche.

«Alternativen entwickeln»

«Tier- und Menschenversuche sind sowohl aus ethischer als auch aus medizinisch-wissenschaftlicher Sicht abzulehnen», sagt Irene Varga, Toxikologin und Co-Präsidentin der IG Tierversuchsverbots-Initiative. Viele der Pharmazeutika, die in Tierversuchen geprüft werden, kämen nie auf den Markt, weil sie beim Test am Menschen scheiterten. «Wir müssen Alternativen weiterentwickeln – etwa computergestützte Modelle oder Versuche mit menschlichen Zellen, Geweben und Organen.»

Ein weniger weitgehender Vorstoss der Baselbieter Nationalrätin Maya Graf (Grüne) soll heute im Nationalrat zur Abstimmung kommen. Die Motion fordert ein Verbot von «belastenden» Tierversuchen an Primaten. «Leider gewinnt bei der Güterabwägung immer die Forschung. Daher kann nur ein Verbot im Tierschutzgesetz das Leid der Primaten stoppen», sagt Graf. Sie setzt auf die Vermeidung und mehr Mittel für Ersatzmethoden für Tierversuche. Für Varga geht Graf zu wenig weit. «Schon als leichte Belastung eingestufte Versuche sind Tierquälerei.»

Akzeptanz immer noch hoch

Beide Vorstösse dürften es schwer haben. Die Mehrheiten im Parlament sprechen gegen eine Annahme der Motion Graf. Und die letzte Initiative, die ein Verbot von Tierversuchen forderte, wurde 1993 wuchtig abgelehnt. Untersuchungen zeigen zudem, dass die Akzeptanz für Tierversuche nach wie vor relativ hoch ist – wenn es keine Alternativen gibt. «Wenn wir morgen abstimmen würden, hätte unsere Initiative keine Chance», sagt auch Irene Varga. Darum müsse mit der Unterschriftensammlung auch die Aufklärungsarbeit beginnen.

Zwei weitere Volksbegehren sind auf kantonaler Ebene hängig: In Genf ist gestern eine Initiative zur besseren Kontrolle von Tierversuchen zustande gekommen. Und in Basel-Stadt fordert eine Stiftung Grundrechte für Menschenaffen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch