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Jeder Vierte glaubt, auf Nahrungsmittel allergisch zu sein

Die Häufigkeit von Nahrungsmittelallergien wird in der Bevölkerung massiv überschätzt. Befragungen zeigen, dass rund jeder Vierte glaubt, an einer solchen zu leiden. Diagnostizieren lassen sich solche Allergien allerdings nur bei 2 bis 4 Prozent der Erwachsenen. Bei Kindern sind sie mit 7 bis 10 Prozent ­verbreiteter. Meist sind allergische Reaktionen auf Lebensmittel die Folge einer Pollenallergie, bei der das Immunsystem in einer Kreuzreaktion auch auf Nahrungsmittel wie Apfel, Karotte oder Sellerie reagiert.

Die falsche Einschätzung der Häufigkeit von Allergien liegt teilweise daran, dass viele sie mit Intoleranzen verwechseln. Bei Letzteren ist laut der Definition der Europäischen Akademie für Allergie und Klinische Immunologie (EAACI) das Immunsystem nicht beteiligt. Häufig handelt es sich um die sogenannte Fructose-Malabsorption, die in westlichen Ländern schätzungsweise bei rund 30 Prozent der Bevölkerung vorkommt. Betroffene können das Fruchtzucker-Molekül im Darm nicht aufnehmen. Die Folge können Durchfall und Blähungen sein. Verbreitet ist auch die Lactose-Intoleranz, die zu den sogenannten enzymatischen ­Intoleranzen gehört. Betroffen sind 15 bis 20 Prozent der westlichen Bevölkerung, weltweit gar 75 Prozent. Ihnen fehlt im Erwachsenenalter das Enzym Lactase, welches die Laktose (Milch­zucker) spaltet. Auch sie sind von Blähungen und Krämpfen betroffen, wenn sie Nahrungsmittel mit grösseren Mengen von Milchzucker zu sich nehmen.

Seltene Gluten-Unverträglichkeit

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