Das ist doch wurst

Es gibt keinen Grund sich aufzuregen, nur weil die WHO zur Mässigung beim Fleischkonsum rät.

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«Alles wollen sie uns verderben: Das Rauchen, das Gläschen Wein, Salz; und jetzt dürfen wir nicht einmal mehr Wurst essen.» So wird jetzt wieder überall gepoltert. Grund ist die neuste Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO, beim Konsum von rotem und verarbeitetem Fleisch Mass zu halten, weil es das Krebsrisiko erhöht. Es geht also um Fleisch von Rind, Kalb, Lamm und Schwein sowie gepökeltes, geräuchertes oder sonst wie prozessiertes.

Die Aufregung über die WHO ist nicht gerechtfertigt. Sie ist bei weitem nicht die erste Institution, die diese Empfehlung zu Fleisch ausspricht. Beispielsweise in der Schweiz war es vergangenes Jahr die Eidgenössische Ernährungskommission, die darauf hinwies, dass nicht nur das Krebsrisiko steigt, sondern auch die Gefahr für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes. Der Befund ist durch eine beträchtliche Zahl von Studien gestützt, wobei der Zusammenhang bei verarbeitetem Fleisch eindeutiger ist als beim roten Fleisch.

Ernährungsrisiken sind generell vergleichsweise tief.

Es ist also durchaus vernünftig, solche Empfehlungen zur Kenntnis zu nehmen und beim entsprechenden Fleischkonsum nicht zu übertreiben. Jedoch auch nicht mehr. Niemand soll sich deswegen verrückt machen lassen. Ernährungsrisiken sind generell vergleichsweise tief, so auch beim Fleisch. Das betont auch die WHO. Relevant sei das Risiko, weil das betreffende Fleisch von sehr vielen gegessen werde und in Schwellen- und Entwicklungsländern immer mehr hinzukämen. Um die Relationen aufzuzeigen, liefert die WHO auch Vergleichszahlen: Verarbeitetes Fleisch sorgt für 34'000 Krebstote jedes Jahr weltweit, Zigaretten für 1 Million, Alkohol für 600'000, die Luftverschmutzung für 200'000.

Erstellt: 26.10.2015, 17:12 Uhr

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