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Kann er wirklich Gedanken lesen?

Forscher Niels Birbaumer behauptet, mit vollständig gelähmten Menschen kommunizieren zu können. Jetzt bezweifeln Experten seine Arbeit.

Patrick Illinger, Till Krause, Patrick Bauer
Niels Birbaumer ist emeritierter Professor der Uni Tübingen, heute arbeitet er an einem von der Wyss-Stiftung finanzierten Institut in Genf. Foto: Daniel Auf der Mauer (13 Photo)
Niels Birbaumer ist emeritierter Professor der Uni Tübingen, heute arbeitet er an einem von der Wyss-Stiftung finanzierten Institut in Genf. Foto: Daniel Auf der Mauer (13 Photo)

Die Studie hatte vor zwei Jahren weltweit Aufsehen erregt: Mit einer Spezialkappe mit Sensoren, so hiess es, sei es gelungen, mit den Gehirnen vollständig gelähmter Menschen zu kommunizieren und Antworten auf Ja/Nein-Fragen zu erhalten.

Nun hat das Fachjournal «PLOS Biology», in dem die Studie veröffentlicht wurde, letzte Woche eine Entgegnung zu dieser Publikation veröffentlicht. Die von einem Tübinger Informatiker namens Martin Spüler verfasste Kritik an der Studie weist auf eklatante Fehler bei der Datenauswertung hin. Demnach liefere das Papier, anders als von den beteiligten Wissenschaftlern behauptet, keinerlei Evidenz dafür, dass die Kommunikation mit Patienten in einem sogenannten Completely-locked-in-Zustand (Clis) möglich ist. Das sind Menschen, deren Geist wach ist, deren Muskulatur aber nicht mehr auf Signale vom Gehirn reagieren. Diese Zeitung hat dazu mehrere Experten befragt. Alle bestätigen die Mängel der Studie von 2017.

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