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Krebs kommt Europa teuer zu stehen

Eine Studie hat berechnet, wie viel Krebserkrankungen in Europa jedes Jahr kosten. Fazit: Im Gesundheitssystem fällt nicht einmal die Hälfte der Summe an.

Die direkten Kosten machen den geringeren Teil am Volkswirtschaftlichen Schaden aus: Patient bei der Chemotherapie. (Archiv)
Die direkten Kosten machen den geringeren Teil am Volkswirtschaftlichen Schaden aus: Patient bei der Chemotherapie. (Archiv)
Keystone

Krebskrankheiten verursachen in den 27 Staaten der Europäischen Union laut einer britischen Studie jährlich Kosten von mehr als 120 Milliarden Euro (148 Milliarden Franken). Für die Studie, deren Ergebnisse in der jüngsten Ausgabe des Fachblatts «The Lancet» veröffentlicht werden, zogen die Forscher Informationen aus 150 verschiedenen Quellen zu Rat, die sich alle auf das Jahr 2009 bezogen. Vollständige Zahlen für spätere Jahre waren nicht verfügbar.

Den Forschern ging es darum, nicht nur die direkten Kosten von Krebserkrankungen im Gesundheitssystem zu erfassen, sondern auch indirekte Kosten wie zum Beispiel das Fernbleiben betreuender Angehöriger der Krebskranken vom Arbeitsplatz. Es ergab sich, dass die direkt im Gesundheitssystem anfallenden Kosten in den EU-Staaten bei 51 Milliarden Euro lagen, die Gesamtkosten der Krebserkrankungen jedoch 126 Milliarden Euro ausmachten. 60 Prozent der wirtschaftlichen Auswirkungen von Krebs fielen also nicht im Gesundheitswesen an, sondern etwa durch verfrühtes Ausscheiden aus dem Arbeitsleben oder durch Folgewirkungen bei Angehörigen.

Der von Angehörigen von Krebskranken erbrachte Aufwand wird in der Studie auf drei Milliarden Pflegestunden pro Jahr veranschlagt. Die Ausgaben für Krebsbehandlungen fallen in den einzelnen EU-Staaten sehr unterschiedlich aus. Im EU-Schnitt kamen die Forscher auf einen Wert von 102 Euro, für Rumänien auf 52 und für Deutschland auf 171 Euro. Der Vergleichswert für die USA liegt der Studie zufolge bei knapp 200 Euro.

AFP/ami

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