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Mann mit Durchfallerkrankung lag tot in Wohnung in Hamburg

Der gefährliche Durchfallerreger EHEC hat ein weiteres Todesopfer gefordert. Derweil breitet sich der Erreger weiter aus. Inzwischen ist der Darmkeim in drei weiteren europäischen Ländern aufgetreten.

Der Bockshornkleesamen solls gewesen sein: Ein ägyptischer Gewürzhändler zeigt den Urheber der Ehec-Seuche. (Archivbild)
Der Bockshornkleesamen solls gewesen sein: Ein ägyptischer Gewürzhändler zeigt den Urheber der Ehec-Seuche. (Archivbild)
AFP
Der Hinweis auf den Ehec-Erreger ist erbracht: Eine Packung Sprossen. (10. Juni 2011)
Der Hinweis auf den Ehec-Erreger ist erbracht: Eine Packung Sprossen. (10. Juni 2011)
Reuters
Sanitäter bringen einen Patienten mit Ehec-Symptomen in die Uniklinik Eppendorf D. (24. Mai 2011)
Sanitäter bringen einen Patienten mit Ehec-Symptomen in die Uniklinik Eppendorf D. (24. Mai 2011)
Reuters
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Die in Deutschland ausgebrochene Darmerkrankung mit dem Erreger EHEC ist inzwischen auch in Grossbritannien, den Niederlanden und Schweden aufgetreten. In diesen Ländern seien Personen infiziert, die sich zuvor in Deutschland aufgehalten hatten, teilte die EU-Kommission mit.

Wer kürzlich Deutschland besucht habe, soll bei Symptomen wie blutigem Durchfall zum Arzt gehen, sagte ein Kommissionssprecher am Donnerstag in Brüssel.

Gurken kommen aus Spanien

Der gefährliche Durchfallerreger EHEC ist in Hamburg an vier Salatgurken nachgewiesen worden. Drei der Gurken stammten aus Spanien, von der vierten sei die Herkunft vorerst noch unklar, sagte die Hamburger Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD). Alle entsprechenden Produkte würden aus dem Warensortiment genommen, sagte die Senatorin.

Wie der Leiter der Lebensmittel- und Mikrobiologie des Hamburger Hygieneinstituts, Anselm Lehmacher, sagte, stammen die belasteten Gurken von Proben aus dem Hamburger Grossmarkt. Drei der Gurken kämen von zwei spanischen Zulieferern, die dem Hygieneinstitut bekannt seien. Bei einer der Gurken handle es sich um ein Bio-Erzeugnis.

Erreger nachgewiesen

Unterdessen hat die EHEC-Infektion möglicherweise auch in Hamburg ein Todesopfer gefordert. Wie die Gesundheitssenatorin sagte, wurde gestern ein Mann tot in seiner Wohnung aufgefunden. Eine vorläufige Obduktion der Leiche am Donnerstag habe ergeben, dass der 38-Jährige an einer Durchfallerkrankung gelitten habe. Ob der EHEC-Erreger jedoch dafür die Ursache gewesen sei, stehe noch nicht fest und müsse anhand weiterer Labortests überprüft werden.

Laut Prüfer-Storcks arbeitete der Mann in Hamburg für eine Frankfurter Firma, in der bereits 19 Fälle von EHEC-Infektionen aufgetreten waren. Er habe sich nach Erkenntnissen der Behörde jedoch seit drei Wochen nicht mehr in dem Unternehmen direkt aufgehalten. Nähere Angaben zu dem Toten und den weiteren Umständen lagen zunächst nicht vor.

EU ruft höchste Alarmstufe aus

Die EU wird wegen der EHEC-Epidemie in Deutschland bald europaweit die Alarmstufe 1 ausrufen. Das sagte der Vorsitzende des Ausschusses für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit im EU-Parlament, Jo Leinen (SPD), der «Neuen Osnabrücker Zeitung». Es sei nur eine Frage der Zeit, bis der Erreger auch auf andere EU-Länder überspringe. Bei der Alarmstufe 1 werden alle Mitgliedsländer der EU aufgerufen, Massnahmen zum Schutz ihrer Bevölkerungen einzuleiten.

Der Präsident des Deutschen Bauernbundes (DBB), Kurt-Henning Klamoth, warf den Medien Panikmache vor. Spekulationen, dass die Darmbakterien durch organische Düngemittel verbreitet würden, seien völlig unbegründet, würden von den Medien jedoch «als bare Münze verkauft», sagte Klamoth auf dapd-Anfrage in Quedlinburg.

dapd/pbe

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