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Mit leuchtenden Katzen gegen Aids

US-Forscher haben Katzen mit einem Affen-Gen bestückt, welches sie vor der Katzen-Immunschwäche schützen soll. Diese ist mit dem Aids-Virus verwandt. Langfristiges Ziel ist eine Therapie für HIV-Patienten.

Im Dienste der Wissenschaft: Fluoreszierende Katze der Mayo Clinic.
Im Dienste der Wissenschaft: Fluoreszierende Katze der Mayo Clinic.
Reuters

Die etwas gesteigerte Niedlichkeit der leuchtenden Kätzchen ist lediglich ein Nebeneffekt eines Experimentes, bei welchem US-Wissenschaftler drei genetisch modifizierte Tiere gezüchtet haben. Den Forschern des Mayo Clinic College of Medicine in Rochester ist es nämlich gelungen, die Katzen mit einem Makaken-Gen auszustatten, welches sie vor der Katzen-Immunschwäche schützen könnte. Dabei handelt es sich um eine Krankheit, die Aids ähnlich ist und vom FIV (Felines Immundefizienz-Virus), einem Verwandten des HI-Virus, ausgelöst wird.

Der Grund weshalb die Katzen nun in UV-Licht leuchten, liegt laut der englischen Zeitung «The Guardian» darin, dass die Eizellen, aus welchen die Tiere heranwuchsen, auch mit einem sogenannten GFP-Gen bestückt wurden. Dieses stammt ursprünglich aus Quallen und führt zur Produktion eines grün fluoreszierenden Proteins. Dabei fungiert das Leuchten bei den modifizierten Katzen lediglich als Indikator dafür, ob der Gen-Transfer auch wirklich stattgefunden hat.

Aufbau eines Infektionsschutzes

Im Zentrum des Forschungsinteressen steht jedoch das Affen-Gen, welches die Katzen nun in sich tragen. Dieses trägt nämlich zur Produktion des Proteins TRIMCyp bei, wie «Sueddeutsche.de» schreibt. Das ist einer von mehreren sogenannten Restriktionsfaktoren, welche dafür sorgen, dass sich Makaken nicht mit Katzen-Aids-Virus FIV anstecken können. Die Forscher setzen nun darauf, so berichtet die Zeitung, dass das Protein auch bei den drei Katzen einen Infektionsschutz aufbauen wird.

Fürs Erste sind die Forscher positiv gestimmt. Gegenüber dem Fachmagazin «Nature Methods» sagte Studienleiter Eric Poeschla: «Die schützenden Gene sind bei den Tieren in allen Geweben aktiv, darunter die Lymphknoten, Thymus und Milz.» Dies sei wichtig, weil die Krankheit dort stattfinde und man dort auch die Zerstörung der T-Zellen durch HIV bei Menschen beobachte. Nächster Schritt ist nun, die leuchtenden Katzen mit den Viren zu infizieren. So wird sich zeigen, ob auch sie durch das Affen-Protein eine Immunität aufbauen.

Langfristiges Ziel des Experiments ist die Entwicklung einer Gentherapie für HIV-Patienten. Ist die Forschung von Poeschla und seinem Team von Erfolg gekrönt, könnte schon bald die Verpflanzung von Restriktionsfaktoren ins menschliche Erbgut zur Bekämpfung des HI-Virus getestet werden.

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