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Neue Ehec-Fälle nach Familienfeier

In Niedersachsen sind zwei weitere Personen an einer Darminfektion gestorben. 70 Menschen erkrankten zudem nach einem Fest. In der Schweiz haben sich bisher fünf Menschen angesteckt.

Der Ehec-Erreger beschäftigt nicht nur die Labore in Deutschland: Probe in einem Labor in Wien.
Der Ehec-Erreger beschäftigt nicht nur die Labore in Deutschland: Probe in einem Labor in Wien.
Reuters
32 Proben des Sprossenliferanten waren sauber: Eine Laborantin untersucht Ehec-Erreger.
32 Proben des Sprossenliferanten waren sauber: Eine Laborantin untersucht Ehec-Erreger.
Reuters
Sanitäter bringen einen Patienten mit Ehec-Symptomen in die Uniklinik Eppendorf D. (24. Mai 2011)
Sanitäter bringen einen Patienten mit Ehec-Symptomen in die Uniklinik Eppendorf D. (24. Mai 2011)
Reuters
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Der gefährliche Darmkeim Ehec hat in Deutschland drei weitere Todesopfer gefordert. Zwei Menschen aus Niedersachsen und einer aus Hessen starben nach Angaben der Behörden im Zusammenhang mit dem Erreger. Damit stieg die Zahl der Todesfälle bundesweit auf 29. Unterdessen gibt es bei der Suche nach der Infektionsquelle weiterhin kaum Fortschritte.

Der mit dem mutierten Bakterium gefundene Gurkenrest aus einer Bio-Mülltonne aus Magdeburg liefert nach Ansicht von Experten keine neue Spur. Im niedersächsischen Landkreis Göttingen erkrankten inzwischen mehrere Teilnehmer einer grossen Familienfeier am Darmkeim. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach von einer «recht guten Zusammenarbeit» zwischen Bund und Ländern im Umgang mit der Epidemie.

Nach einem Treffen mit den Ministerpräsidenten der Länder in Berlin sagte Merkel, die Lage sei kompliziert, da die Quelle der Erkrankungen noch nicht gefunden sei. Daran werde mit Hochdruck gearbeitet. «Das sind wir auch den erkrankten Menschen schuldig», betonte die Regierungschefin.

Mediziner: Epidemie ist bald vorbei

Nach Angaben des niedersächsischen Gesundheitsministeriums starben eine 20-jährige Frau und ein 68-jähriger Mann aus dem Landkreis Harburg am Mittwoch nach einer Infektion mit dem aggressiven Darmkeim. Inzwischen verzeichnete Hessen ein erstes Todesopfer. In Frankfurt am Main starb ein Patient an der schweren HUS-Form. Der 57-Jährige hatte nach Angaben der Stadt Ende Mai gemeinsam mit seiner Frau Hamburg besucht und sich dort vermutlich angesteckt.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts ist die Zahl der übermittelten Ehec-Fälle seit Anfang Mai auf 2086 gestiegen. An dem gefährlichen Hämolytisch-Urämischen Syndrom (HUS) sind inzwischen 722 Personen erkrankt. Diese Daten lassen laut RKI eine Abschwächung der Erkrankungswelle erkennen.

Den Fund des gefährlichen Ehec-Erregers auf einer Gurke im Biomüll in Magdeburg hält der Chefarzt einer Leipziger Klinik für Infektiologie, Bernhard Ruf, nicht für eine neue Spur bei der Suche nach der Quelle des Darmkeims. «Sie können in vielen Biotonnen wahrscheinlich Ehec finden», sagte der Infektiologe in der ARD. Zuvor hatte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit mitgeteilt, dass es sich bei dem Zufallsfund in einer Mülltonne nicht um eine Lebensmittelprobe handele.

Zwei neue Fälle in der Schweiz

In der Schweiz ist bei zwei weiteren Personen eine Ansteckung mit dem mutierten Ehec-Darmkeim festgestellt worden, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte. Damit hat sich die Zahl der Erkrankten in der Schweiz auf fünf erhöht. Alle Betroffenen hielten sich vor dem Ausbruch der Epidemie in Deutschland auf. Laut BAG sind alle Schweizer Patienten in einem stabilen Zustand.

sda/dapd/miw

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