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Nobelpreisträger Steinman verlängerte sein Leben selbst

Der verstorbene Forscher und heute gekürte Nobelpreisträger Ralph M. Steinman hat mit einer selbstentwickelten Immuntherapie gegen den Krebs gekämpft – und sich damit mehrere Jahre geschenkt.

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Hat den Krebs mit der eigenen Therapie bekämpft: Der verstorbene Forscher und Nobelpreisträger Ralph M. Steinman.
Hat den Krebs mit der eigenen Therapie bekämpft: Der verstorbene Forscher und Nobelpreisträger Ralph M. Steinman.
Keystone

Seit vier Jahren kämpfte der Forscher Ralph M. Steinman gegen den Krebs – und zwar mit einer eigens entwickelten Immuntherapie, die sein Leben um Jahre verlängert hat. Doch nicht lange genug. Steinman starb drei Tage, bevor er den Medizin-Nobelpreis erhalten hätte.

Steinman entdeckte 1973 einen neuen Zelltypus, die dendritischen Zellen. Diese können die T-Zellen aktivieren, die eine Schlüsselrolle bei der Erkennung von Fremdkörpern spielen. Auf Grundlage dieser Entdeckung habe Steinman, der seit vier Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs litt, eine Immuntherapie entwickelt, mit der er sein Leben habe verlängern können, teilte die New Yorker Rockefeller-Universität mit.

Nur die Familie wusste von Steinmans Tod

Der Präsident der Rockefeller Universität in New York, an der Steinman bis zu seinem Tod im Alter von 68 Jahren gearbeitet hatte, begrüsste die Ehrung des Zellbiologen für eine «bahnbrechenden Entdeckungen zu den Abwehrreaktionen des Körpers».

Das Nobelpreiskomitee, das nichts von dem Tod Steinmans wusste, ist durch den Fauxpas in eine verzwickte Lage geraten. Denn der Preis wird gemäss den Statuten nicht posthum verliehen. Es sei denn der Preisträger stirbt zwischen der Bekanntgabe und der Verleihung im Dezember. Das war bereits einmal geschehen, als der Wirtschaftsnobelpreisträger William Vickrey 1996 nur wenige Tage nach der Bekanntgabe starb.

Begründung für den Entscheid

Für Ralph Steinman macht die Nobelstiftung eine Ausnahme: Sie krönt sein Schaffen, obwohl Steinman vor drei Tagen gestorben war. Die Rockefeller-Universität in New York erfuhr erst am Montag vom Hinschied Steinmans. Auch die Juroren in Stockholm wussten nicht, dass Steinman bereits gestorben war.

Das Preiskomitee habe vom Tod Steinmans erst nach der Pressekonferenz vom Montag erfahren. «Die Nobelpreis-Entscheidung für Ralph Steinman erfolgte nach bestem Wissen auf der Annahme, dass er lebt», begründete die Stiftung am Abend ihren Entscheid.

«Er wäre zutiefst geehrt»

Steinman wurde von der Nobelstiftung zusammen mit dem Franzosen Jules A. Hoffmann und dem US-Amerikaner Bruce A. Beutler für Arbeiten zum Immunsystem für den Medizin-Nobelpreis auserwählt.

Steinmans Tochter Alexis wurde von der Universität mit den Worten zitiert: «Wir sind alle so berührt, dass die vieljährige harte Arbeit meines Vaters für den Nobelpreis ausgewählt wurde. ... Er wäre zutiefst geehrt».

(SDA)

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