Nachlässige Zecken-Opfer

Eine Schweizer App hat 20'000 Zeckenstiche erfasst. Sie kommt zu einem erstaunlichen Schluss.

Das Risiko ist hoch: Impfungen gegen Zecken werden in der ganzen Schweiz empfohlen.

Das Risiko ist hoch: Impfungen gegen Zecken werden in der ganzen Schweiz empfohlen. Bild: Patrick Pleul/Keystone

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Fünf Tage nach dem Zeckenstich ruft die App «Zecke» der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) zur ersten Kontrolle der Einstichstelle auf. Dem Aufruf folgen allerdings nur 36 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer. Dem letzten Aufruf nach 28 Tagen dann nur noch 25 Prozent, berichtet die ZHAW am Donnerstag.

Den Zeckenstich regelmässig zu kontrollieren kann helfen, beispielsweise eine Borreliose frühzeitig zu erkennen. Anders als bei FSME gibt es gegen Borreliose keine Impfung. Eine Behandlung im Frühstadium mit Antibiotika kann verhindern, dass die Erkrankung fortschreitet, chronisch wird und Schäden am Nervensystem, an Gelenken und Muskeln verursacht.

In der Mehrheit der Fälle - aber nicht allen - tritt im Zusammenhang mit einer Borreliose im Frühstadium eine sogenannte Wanderröte als kreisrunde Rötung um den Stich auf. Die App helfe, diese zu erkennen, hiess es in der Mitteilung. In der konsequenten Symptomkontrolle stecke noch viel Präventionspotenzial, so ZHAW-Zeckenforscher Werner Tischhauser, der die App mitentwickelt hat.


«Heute würde ich mich impfen lassen» Neu gilt praktisch die ganze Schweiz als Zecken-Risikogebiet. Dass mit den Blutsaugern nicht zu spassen ist, zeigt die Geschichte von Beat Röthlisberger.


Seit die App 2015 lanciert wurde, seien 20'000 Zeckenstiche erfasst worden, hiess es weiter. Die Daten kommen auch der Forschung zugute: So wollen ZHAW-Forschende die App-Zeckendaten in den nächsten zwei Jahren für die Entwicklung eines dynamischen-räumlichen Risikomodells verwenden.

Tagesaktuelle Visualisierungen der Zeckensituation mithilfe geografischer Informationssysteme, künstlicher Intelligenz und Zeckenexpertise sollen helfen, das Risiko für zeckenübertragene Krankheiten zu verringern. Beispielsweise könnte dies Lehrpersonen dabei unterstützen, eine Waldprojektwoche zu planen.

Liefert Informationen bei Stichen: Screenshots der Präventions-App «Zecke». (Bild: ZHAW / kann mit Klick vergrössert werden)
(aru/sda)

Erstellt: 09.05.2019, 15:07 Uhr

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