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Pflaster gegen Heuschnupfen

Eine Studie am Unispital Zürich zeigt: Pollenextrakte von einem Pflaster können Heuschnupfensymptome um 70 Prozent lindern.

Für Allergiker kein schönes Bild: Eine Wolke aus Pollen sammelt sich in Châtel-St-Denis an. (Archivbild 2005)
Für Allergiker kein schönes Bild: Eine Wolke aus Pollen sammelt sich in Châtel-St-Denis an. (Archivbild 2005)
Keystone

In der westlichen Welt ist jede dritte Person allergisch auf Graspollen, die sich ungefähr von Anfang Mai bis Mitte Juli mit dem Wind ausbreiten. Derzeit besteht die einzige wirksame Behandlung in einer Immuntherapie mittels Injektionen. Diese dauert mehrere Jahre und kann in seltenen Fällen lebensbedrohliche Schockzustände bewirken. Deshalb unterziehen sich nur fünf Prozent der Betroffenen der Prozedur.

Das Team um Gabriela Senti vom Unispital Zürich arbeitet nun an einer neuen Behandlung: einem Pflaster, das die Allergene von sechs verschiedenen Gräserpollen in die Haut einbringt. Ein erster klinischer Versuch bestätigt die Sicherheit und Wirkung des Pflasters: 132 von Heuschnupfen Betroffene klebten sich vor der Pollensaison während zweier Monate einmal wöchentlich ein Pflaster auf den Oberarm. Die Symptome der Patienten linderten sich im Folgejahr um bis zu 70 Prozent bei der höchsten Dosis. Sogar die kleinste Dosis verringerte Probleme wie laufende Nasen und tränende Augen um etwa 30 Prozent, berichteten die Forscher im Fachblatt «Journal of Allergy and Clinical Immunology».

Keine schwerwiegende Nebenwirkungen

Schwerwiegende Nebenwirkungen gab es keine. Allerdings brach fast ein Zehntel der Testpersonen die Behandlung ab. Sie litten an unangenehmem Ausschlag oder Juckreiz, was vergleichbar mit den Reaktionen auf die Immuntherapie mit der Spritze ist. Für Senti und ihre Kollegen sind die ermutigenden Resultate mit dem Pflaster auf zwei Eigenschaften der Haut zurückzuführen. Erstens weist die Haut viele spezialisierte Immunzellen auf, die rasch Fremdkörper erkennen und eine gezielte Abwehrreaktion auslösen können. Diese kann für eine allergen-spezifische Immuntherapie genutzt werden. Zweitens gibt es in den äusseren Hautschichten keine Blutgefässe. Das senkt das Risiko, dass die Allergene in den Blutkreislauf gelangen, was einen allergischen Schock auslösen kann.

Noch sei die Behandlung nicht reif für den klinischen Alltag, sagte Senti. Damit die Pollenallergene in die Haut eindringen können, tragen Senti und ihre Kollegen die darüberliegende Hornhaut mit einem speziellen Klebeband ab. Das Verfahren erziele noch nicht immer optimale Resultate. «Sind diese Hindernisse ausgeräumt, steht uns im Kampf gegen den lästigen Heuschnupfen endlich ein einfaches Mittel zur Verfügung», sagte Senti.

SDA

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