Schweiz, wie geht es dir?

Wie viele Teenager kriegen Kinder, und sind Zigaretten Männersache? 16 Fakten zur Gesundheit in unserem Land.

In der Schweiz lebende Personen im Alter von 15 bis 34 Jahren gehen im Schnitt 3,2-mal pro Jahr zum Arzt: Schweizer Fans. Foto: Keystone

In der Schweiz lebende Personen im Alter von 15 bis 34 Jahren gehen im Schnitt 3,2-mal pro Jahr zum Arzt: Schweizer Fans. Foto: Keystone

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1. An die Messlatte, bitte
Der durchschnittliche Schweizer ist 176,9 cm gross, die durchschnittliche Schweizerin 164,6 cm. Am grössten sind die Menschen in der Deutschschweiz, am kleinsten jene im Tessin. Was für alle gilt: Wir werden im Laufe unseres Erwachsenenlebens rund 4 cm kürzer.

2. So oft gehen wir zum Arzt
Je älter wir werden, desto häufiger suchen wir einen Arzt auf. In der Schweiz lebende Personen im Alter von 15 bis 34 Jahren gehen im Schnitt 3,2-mal pro Jahr zum Arzt. Die über 75-Jährigen bringen es auf 5,5 jährliche Konsultationen. Frauen gehen in fast jedem Alter öfter zum Arzt als Männer. Das liegt zumindest teilweise daran, dass Schwangerschaftsuntersuchungen und Geburten in der Statistik mitgerechnet sind.

3. Männer schlafen besser
Von «diffusen» körperlichen Beschwerden sind Frauen in der Schweiz häufiger betroffen als Männer. So leiden zum Beispiel 37,7 Prozent der Frauen und 24,2 Prozent der Männer hin und wieder an Kopfschmerzen. Mit Schlafstörungen haben sich 38,8 Prozent der Frauen und 25,4 Prozent der Männer herumzuschlagen.

4. Schutzengel machen gute Arbeit
Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang sind auf den Schweizer Strassen massiv zurückgegangen. Im Jahr 1970 gab es pro 100'000 Einwohner 26,5 Tote; 2015 waren es noch 2,6. Gründe dafür sind die verbesserte Fahrzeugtechnik, Geschwindigkeitsbegrenzungen und die Senkung der Promillegrenze.

5. Ein Schnitt durch die Schweiz
Ob ein Kind per Kaiserschnitt auf die Welt kommt, hat unter anderem mit dem Alter und dem Herkunftsland der werdenden Mutter zu tun. Auch ob sie in der Stadt oder auf dem Land wohnt, spielt eine Rolle, und wie sie versichert ist. Dies führt dazu, dass im Kanton Zug 40,2 Prozent der Frauen per Kaiserschnitt gebären, mehr als doppelt so viele wie im Kanton Jura (18,7 Prozent). Die Kantone Bern und Luzern liegen mit 32,7 Prozent genau im Schweizer Durchschnitt.

Wer schaut tiefer ins Glas, Männer oder Frauen? Illustration: Oreste Vinciguerra

6. Adam, Eva und die Äpfel
Obst und Gemüse sind gut für die Gesundheit. Frauen und Männer in der Schweiz nehmen sich dies jedoch nicht gleichermassen zu Herzen. Während 62,0 Prozent der Frauen, wie von Ernährungsspezialisten empfohlen, drei oder mehr Portionen Früchte pro Tag verzehren, tun dies nur 42,1 Prozent der Männer.

7. Wer schaut tiefer ins Glas?
Das sogenannt starke Geschlecht ist dem Alkohol in unserem Land eindeutig mehr zugetan. 32,7 Prozent der Männer konsumieren mindestens dreimal pro Woche oder täglich alkoholische Getränke. Bei den Frauen sind es nur 17,1 Prozent. Gar keinen Alkohol trinkt etwa jede fünfte Frau (21,9 Prozent) und jeder zehnte Mann (11,4 Prozent).

8. Ein Volk von Wanderern
Wandern ist die beliebteste Sportart der Schweizer. 44,3 Prozent der Bevölkerung gehen regelmässig wandern. Gleich dahinter kommen Radfahren (38,3 Prozent; ohne Mountainbiking), Schwimmen (35,8 Prozent), Skifahren (35,4 Prozent) und Jogging (23,3 Prozent).

9. Die Gesundheitskosten sind explodiert
Das Schweizer Gesundheitswesen wird immer teurer. 1960 lagen die jährlichen Ausgaben noch bei knapp 2,1 Milliarden Franken (oder 5,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes); 2016 gaben wir dafür 80,7 Milliarden Franken aus (12,2 Prozent des BIP).

10. Das Glück ist ungleich verteilt
Die Norweger sind gemäss «World Happiness Report 2017» die glücklichste Nation der Welt. Die Schweizer belegen Platz 4, hinter Dänemark und Island. Costa Rica liegt auf Platz 12, noch vor Deutschland (Platz 16) und Spanien (Platz 34). Mit Platz 71 liegt Hongkong im Mittelfeld. Das traurige Schlusslicht bildet die Zentralafrikanische Republik (Platz 155).

Wo gibt es die meisten Kinderärzte und wie mustergültig sind wir in Sachen Toilette? Illustration: Oreste Vinciguerra

11. Stoff für Kaffeeklatsch
Die grössten Kaffeetrinker in Europa sind (mit 10,35 kg pro Kopf und Jahr) die Menschen in Finnland. Die Schweiz belegt mit 6,31 kg den 10. Platz.

12. 100+ ist ein Frauenprivileg
Immer mehr Menschen in der Schweiz können ihren 100. Geburtstag feiern – oder gar einen höheren. Während 1940 erst 1 Mann und 8 Frauen so alt wurden, waren es 2016 bereits 263 Männer und 1283 Frauen. Somit gibt es fast fünfmal mehr hochbetagte Frauen als Männer. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt heute 85,3 Jahre für Frauen und 81,5 Jahre für Männer.

13. Kinderärzte lieben Basel-Stadt
Der Kanton Basel-Stadt hat die höchste Kinderarzt-Dichte. Pro 10‘000 Einwohner praktizieren dort 4,8 Kinder-und Jugendmediziner (inklusive Chirurgen). Am wenigsten gibt es im Kanton Appenzell Innerrhoden: Hier kommt auf 10‘000 Einwohner nicht mal einer (genaue Zahl: 0,6 pro 10'000).

14. In Sachen WC mustergültig
In der Schweiz hat jeder Bewohner Zugang zu sanitären Anlagen und die Möglichkeit, die Hände mit Seife zu waschen. Dieses Privileg hat in vielen Ländern nur ein Teil der Bevölkerung: etwa in Irland (91 Prozent), Afghanistan (32 Prozent), Eritrea (16 Prozent) oder im Südsudan (7 Prozent).

15. Wo Teenager Kinder kriegen
In der Schweiz werden 2 Frauen von 1000 bereits im zarten Alter von 15 bis 19 Jahren Mutter. Weniger Teenager-Mütter gibt es fast nur in Nordkorea (unter 1). Andere Länder zum Vergleich: Frankreich (6), Kuwait (7), Israel (10), USA (27), Philippinen (57). Keine Seltenheit sind derart junge Mütter in Bolivien (116) oder im Niger (206).

16. Sind Zigaretten Männersache?
In der Schweiz rauchen 26,9 Prozent der Männer und 19,7 Prozent der Frauen. Ähnlich verhält es sich in fast allen Ländern der Welt. In Kroatien sind 39,4 Prozent der Männer und 33,5 Prozent der Frauen Raucher. In Saudiarabien 27,9 Prozent beziehungsweise 2,9 Prozent. Anders im Inselstaat Nauru im Pazifik: Dort paffen 43,0 Prozent der Männer und 52,0 Prozent der Frauen.

Quellen: BFS 2010–2017, BASPO 2014

Erstellt: 30.07.2018, 17:24 Uhr

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