Tierversuche gestoppt – Mitarbeiter adoptieren überlebende Katzen

Nach heftiger Kritik hat das US-Landwirtschaftsministerium bei Experimenten an Katzen den Stecker gezogen.

Auf Kuschelkurs: Die 14 gesunden Katzen, die sie noch in der Einrichtung befinden, sollen von USDA-Mitarbeitern adoptiert werden. (Archiv)

Auf Kuschelkurs: Die 14 gesunden Katzen, die sie noch in der Einrichtung befinden, sollen von USDA-Mitarbeitern adoptiert werden. (Archiv) Bild: Keystone

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Das US-Landwirtschaftsministerium (United States Department of Agriculture, abgekürzt USDA) hat seine umstrittene Praxis für endgültig beendet erklärt. Die Katzen waren Teil der Forschung an Toxoplasmose, einer Infektionskrankheit, die meistens Katzen befällt. Die Organisation White Coat Waste Project, die sich gegen Tierversuche engagiert, hatte die Forschung in einem im vergangenen Monat veröffentlichten Bericht scharf kritisiert.

In dem Bericht hiess es, für das Forschungsprojekt würden bis zu 100 Katzen jährlich gezüchtet. Im Alter von acht Wochen würden Kätzchen mit rohem Fleisch mit Toxoplasmose-Erregern gefüttert. Die Tiere würden dann nach einigen Wochen immun, woraufhin sie getötet und verbrannt würden. Diese Praxis sei «unnötig und nicht zu rechtfertigen», kritisierten die Tierschützer.

Vom Fleischmarkt in den Napf

Dem Bericht zufolge liess das Ministerium zudem Hunderte Tiere aus «asiatischen Fleischmärkten» kaufen und töten, um deren Überreste im Labor in Maryland an Katzen zu verfüttern.

Ausgeführt wurden die Experimente vom landwirtschaftlichen Forschungsdienst (ARS) des Ministeriums. Das Ministerium teilte mit, dass bereits seit vergangenem September keine Katzen mit Toxoplasmose-Erregern mehr infiziert oder getötet worden seien. Die 14 gesunden Katzen, die noch in den Laboren leben, sollten von Mitarbeitern adoptiert werden.

Im Abfall der Geschichte

Anthony Bellotti, der Gründer der Organisation White Coat Waste Project, das verschwenderische Staatsausgaben für Tierversuche bekämpft und eine jahrelange Kampagne gegen die Experimente geführt hatte, bezeichnete den Schritt als «einen historischen Sieg für Steuerzahler und Tiere.»

Nachdem mehr als 3'000 Kätzchen getötet und 22 Millionen Dollar verschleudert worden seien, begrüsse seine Organisation die «kluge Entscheidung der USDA, ihre durch Steuerzahler finanzierten Katzen-Experimente endgültig zu beenden und die Überlebenden zu adoptieren,» sagte Bellotti und fügte hinzu, er sei «begeistert», dass der «Kätzchenschlachthof» in den Abfall der Geschichte verbannt wurde.

(nag/sda)

Erstellt: 03.04.2019, 10:04 Uhr

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