US-Gesundheitsbehörde testet Zika-Impfstoff erstmals an Menschen

Zwei Organisationen sind unabhängig voneinander dabei, mögliche Impfstoffe gegen Zika an Menschen zu testen. Mitunter wird deren Verträglichkeit geprüft.

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Die US-Gesundheitsbehörde NIH testet einen Zika-Impfstoff erstmals an Menschen. Mindestens 80 Menschen zwischen 18 und 35 Jahren sollen an drei US-Standorten an der Studie teilnehmen, wie das NIH am Mittwoch mitteilte. Es gehe darum, die Sicherheit und Funktionsfähigkeit des Impfstoffs zu untersuchen, hiess es weiter. Zuvor hatte die US-Pharmafirma Inovio ebenfalls mit dem Test eines Zika-Impfstoffs an Menschen begonnen.

New Yorks Staatsanwalt Eric Schneiderman untersagte derweil sieben Unternehmen, Produkte zu vermarkten, die angeblich gegen das Virus schützen oder vorbeugen sollen. Diese Unternehmen verbreiteten irreführende Werbung und nutzten die Sorgen der Menschen aus, teilte Scheidermans Büro mit.

Körper vor Zika vorwarnen

Der Impfstoff enthält ein sogenanntes Plasmid. Das ist ein winziges, ringförmiges DNA-Stück. Dies ist gentechnisch verändert und enthält Gene für bestimmte Proteine des Zika-Virus. Nach erfolgreichen Tierversuchen hoffen die Forscher nun, dass der Impfstoff beim Menschen ebenso wirkt: Bekommt jemand das Plasmid in den Armmuskel gespritzt, so können die Körperzellen die Informationen darauf lesen und Viren-Proteine bilden, die aber als ungefährlich gelten.

Der Organismus reagiert trotzdem darauf und schaltet seine Immunantwort an. Er ist nun vorgewarnt: Bei einer tatsächlichen Zika-Infektion kann er wirksam reagieren und ist somit vor dem Virus geschützt.

Pestizide von Lastwagen

Die USA bekämpfen den Virus an weiteren Fronten. Giftstoffe in der New Yorker U-Bahn sollen zudem helfen, die Zahl möglicher Brutgebiete für Mücken, die das Virus übertragen, zu verringern. Die Larvazide enthaltenden Tabletten würden auch an Hausbesitzer verteilt, teilte New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo mit. Zudem sollen in einigen Teilen der Millionenmetropole von Lastwagen aus Pestizide versprüht werden, um die Ausbreitung der Mücke zu verhindern.

Das Zika-Virus ist bislang vor allem in Mittel- und Südamerika und der Karibik verbreitet, wo es hauptsächlich durch Mücken übertragen wird. Inzwischen gilt es als erwiesen, dass Zika bei einer Infektion von Schwangeren zu schweren Schädelfehlbildungen der Kinder führen und weitere neurologische Schäden auslösen kann.

(mch/sda)

Erstellt: 04.08.2016, 18:02 Uhr

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