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Von wegen Vegetarier

Ob als Cervelat, Steak oder Hackbraten: Der Schweizer liebt sein Fleisch. Die neusten Zahlen zeigen, dass es hierzulande weniger Vegetarier gibt, als man vermuten könnte. Der Branchenverband ist dennoch besorgt.

Schweizweit beliebt: St. Galler Bratwürste auf dem Grill.
Schweizweit beliebt: St. Galler Bratwürste auf dem Grill.
Keystone

Der statistisch erfasste Fleischkonsum hat sich nach dem Rückgang vom Jahr 2012 im letzten Jahr pro Kopf um 0,4% erhöht, das teilt der Schweizerische Fleisch-Fachverband mit.

Insgesamt nahm der Pro-Kopf-Konsum um rund 190 g auf rund 52 kg zu. Am beliebtesten war einmal mehr das Schweinefleisch mit 23 kg (- 0,4%) gefolgt vom Rindfleisch mit 11,5 kg (+ 3, 9%) und dem Geflügelfleisch mit 11 kg (+0,9%).

Kampf gegen Freigabe der Fleischimportmengen

Viele Schweizer kaufen ihr Fleisch jedoch im Ausland ein. Im letzten Jahr im Wert von geschätzt einer Milliarde Franken. Dass nun ab 1. Juli keine maximale Einfuhrgrenze von Fleisch mehr gelten soll, treibt die Schweizer Metzger deshalb auf die Barrikaden: Der Verband fordert gar eine deutlich niedrigere Maximalmenge. Wenn nötig, beschreite man den politischen Weg, sagte Verbandsdirektor Ruedi Hadorn in Zürich.

Die bisherige Regelung unterscheidet zwischen frischem und verarbeiteten Fleisch. Generell dürfen maximal 20 Kilo in die Schweiz eingeführt werden. Zollfrei sind ein halbes Kilo Frischfleisch und 3,5 Kilo Geflügel- und verarbeitetes Fleisch. Die Verzollung kostet pro Kilo 20 Franken beziehungsweise 13 Franken.

«Wirtschaftsförderung im Ausland»

Die neue Regelung kennt die Unterscheidung nicht mehr. Die Freimenge beträgt für alles ein Kilo. Was darüber hinaus geht, muss mit 17 Franken pro Kilo verzollt werden. Eine Maximalmenge gibt es nicht mehr.

Der neue Zollansatz sei niedriger als heute bei der kommerziellen Einfuhr bestimmter Fleischstücke, kritisierte Hadorn an der SFF-Jahreskonferenz. Der SFF wolle die Lockerung denn auch nicht hinnehmen.

Der Verband verlangt eine Wiedereinführung der Maximalmenge - und diese soll gleich noch spürbar gesenkt werden: Nicht mehr als 3 Kilo pro Person und Tag sollen eingeführt werden dürfen.

Die Neuregelung sei «wirtschaftsschädigend». Es sei in Tat und Wahrheit eine staatliche Förderung des Einkaufstourismus und gleichzeitig «Wirtschaftsförderung im grenznahen Ausland» auf Kosten der Schweizer Steuerzahlenden. Der kommerziellen Nutzung des Fleischimports im Reiseverkehr öffne sie Tür und Tor.

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