Medizin-Nobelpreis geht an Japaner

Die Entscheidung ist gefallen: Zellbiologe Yoshinori Ohsumi ist der diesjährige Nobelpreisträger für Medizin.

Der Nobelpreisträger für Medizin heisst Yoshinori Ohsumi: Sehen Sie hier die Bekanntgabe und die Begründung der Jury.


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Für seine Entdeckungen im Zusammenhang mit der Wiederverwertung von Zellbestandteilen erhält der japanische Wissenschaftler Yoshinori Ohsumi den diesjährigen Nobelpreis für Medizin.

Das gab die Nobelversammlung am Karolinska-Institut in Stockholm am Montag bekannt. Sie würdigte Ohsumi für «brillante Experimente» zur sogenannten Autophagie, einem Prozess, bei dem Zellen ihre Inhalte zerteilen und sozusagen recyceln.

Eine gestörte Autophagie sei mit diversen Krankheiten in Verbindung gebracht worden, unter anderem mit der Parkinson-Krankheit, Diabetes und Krebs, erklärte das Institut. Zwar sei dasKonzept bereits seit mehr als 50 Jahren bekannt. Doch sei seine «fundamentale Bedeutung» erst nach Ohsumis Forschungsarbeiten in den 1990er Jahren erkannt worden.

Nobelpreis für Physik

Ohsumi wurde 1945 im japanischen Fukuoka geboren. Er ist derzeit Professor am Tokio-Institut für Technologie. Im vergangenen Jahr teilten sich den Nobelpreis für Medizin drei Wissenschaftler, die Behandlungen für Malaria und andere Tropenkrankheiten entwickelten.

In diesem Jahr wird der Nobelpreis für Medizin zum 107. Mal vergeben. Am Dienstag wird bekanntgegeben, wer den Nobelpreis für Physik enthält, am Mittwoch erfolgt die Bekanntgabe für Chemie. Am Freitag wird der Träger des Friedensnobelpreises enthüllt. Die Preise für Literatur und Wirtschaftswissenschaften werden dann in der kommenden Woche verkündet. Jeder Preis ist mit acht Millionen schwedischen Kronen (rund 830000 Euro) dotiert. Die Verleihung findet am 10. Dezember statt. (jdr/sda)

Erstellt: 03.10.2016, 10:46 Uhr

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