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Weshalb Menschenbisse gefährlicher als Hundebisse sind

Wie oft sind Menschenbisse sexuell motiviert? Und wieso hätte ein Wadenbiss einem Mann auf dem Münchner Oktoberfest beinahe das Leben gekostet? Ein paar überraschende Fakten.

Dieser Biss wird derzeit auf der ganzen Welt diskutiert: Italiens Giorgio Chiellini zeigt nach der Attacke von Uruguays Luis Suárez seine Schulter. (24. Juni 2014)
Dieser Biss wird derzeit auf der ganzen Welt diskutiert: Italiens Giorgio Chiellini zeigt nach der Attacke von Uruguays Luis Suárez seine Schulter. (24. Juni 2014)
Tony Gentile, Reuters

Der Biss von Uruguays Nationalspieler Luis Suárez in die Schulter des Italieners Giorgio Chiellini bei der Fussball-Weltmeisterschaft sorgt weltweit für Spott. Doch hinter dem so skurrilen wie schmerzhaften Angriff steckt eine ernste Gefahr: Menschenbisse können für das Opfer äusserst gefährlich werden, viel mehr als etwa ein Hundebiss.

Die Gefahr des Menschenbisses liegt im Speichel. Dieser ist wegen seiner vielen Keime hochpathogen, also im besonderen Masse krankmachend. Deshalb werden Menschenbisse mit höheren Infektionsraten verbunden als Tierbisse. So kann ein Hundebiss zwar äusserlich auffälliger sein, etwa durch das Zerfetzen grösserer Bereiche der Haut.

Gefährliche Krankheiten wie HIV und Hepatitis

Infektionen gibt es bei Hundebissen aber nur in 10 bis 20 Prozent der Fälle. Bei Katzen- und Menschenbissen liegt das Risiko dagegen bei 45 bis 55 Prozent. Im Vergleich zur Katze besteht wiederum beim Menschenbiss durch Quetschverletzungen eine höhere Verletzungsgefahr. Durch Menschenbisse können auch gefährliche Krankheiten wie HIV, Hepatitis B und C übertragen werden.

Im Vergleich zu Tierbissen kommen Menschenbisse deutlich seltener vor - dennoch gibt es sie regelmässig. In etwa 80 Prozent sind es Bisse bei einem Streit (darunter auch indirekte Bisse, etwa wenn eine Faust auf die Zähne trifft). In etwa 20 Prozent sind es Bisse aus sexuellen Motiven.

Lebensbedrohliche Infektion

Immer wieder müssen die dabei entstehenden Verletzungen ärztlich behandelt werden.Vor Jahren sorgte ein Fall auf dem Münchner Oktoberfest für internationales Aufsehen. 1998 hatte eine Frau enthemmt einem jungen Mann in die Waden gebissen, der vor ihrer Nase auf dem Tisch getanzt hatte. Den Tänzer hätte dies fast das Leben gekostet: Die Beisserin infizierte ihn mit gefährlichen Streptokokken. Zwei Tage nach dem Biss kam der Mann mit einer lebensbedrohlichen Infektion ins Krankenhaus und war erst nach einer mehrwöchigen Behandlung über den Berg.

Der Münchner Fall führte damals auch zu intensiveren Nachforschungen zur Geschichte von Menschenbissen - mit erschreckenden Ergebnissen: Vor dem breiten Einsatz von Antibiotika in der Medizin ab Ende der 1930er Jahre kam es demnach infolge von durch Menschenbissen ausgelösten Infektionen zu zahlreichen Amputationen bei den Gebissenen und immer wieder auch zu Todesfällen.

AFP/thu

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