«Das CO2-Budget ist schon fast weg»

Laut Reto Knutti bleibt nicht mehr viel Zeit, um das 2-Grad-Klimaziel zu erreichen.

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Es waren harzige Verhandlungen in den letzten vier Tagen.
Das ist grundsätzlich normal auf UNO-Ebene, wo über jeden Satz des Verhandlungspapiers im Konsensverfahren abgestimmt wird.

Sie waren Mitautor der Kurzfassung des Berichts an die Politik. Sind Sie zufrieden?

Wir haben keine einzige Aussage weg­lassen müssen.

Was waren die Knackpunkte?

Der grösste Knackpunkt war das CO2-Budget, also wie viel Kohlenstoff in Form von CO2 wir noch emittieren dürfen, damit es auf der Erde nicht wärmer wird als 2 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit. Dieses 2-Grad-Klimaziel ist ein politischer Beschluss. Das war natürlich Zündstoff, besonders bei Staaten wie China und Brasilien.

Was liegt noch drin?

Etwa 800 Milliarden Tonnen Kohlenstoff können wir verbrauchen, wenn wir das Klimaziel erreichen wollen. Aber 500 Milliarden haben wir durch die Verbrennung fossiler Energien bereits ausgestossen. Trotz Widerstand standen am Schluss alle Zahlen im Bericht.

Da bleibt nicht mehr viel Zeit.

Wenn der Trend der Emissionen weiter anhält wie bisher, ist das Budget in etwa 20 Jahren aufgebraucht.

Ein anderes Thema: die Klimapause.

Für den Klimawandel sind die langfristigen Trends relevant. Hier bilden die Klima­modelle die Beobachtungen sehr gut ab. Kurzfristige Entwicklungen über 10 bis 15 Jahre können nur mit grossen Abweichungen gerechnet werden.

Für Massnahmen gegen Trockenheit oder Starkniederschläge wäre ein vertieftes Wissen über die kurzfristigen Schwankungen nötig.

Das stimmt. Wir gehen davon aus, dass der Ozean eine grosse Rolle spielt. Leider haben wir erst genaue Daten über 10  Jahre. Eine kleine Rolle spielt sicher auch die Abnahme der Sonneneinstrahlung und vielerorts die Zunahme abkühlender Aerosole wie Russ. Wir sind aber weit davon entfernt, Voraussagen über kurzfristige Klimaschwankungen zu machen.

Erstellt: 09.10.2013, 14:05 Uhr

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