Das Wetter wird extremer

Regionale Höchsttemperaturen können zufällig sein – global gesehen nehmen sie zu.

Schatten ist ein begehrtes Gut: Die Hitzewelle in Europa macht einigen zu schaffen.

Schatten ist ein begehrtes Gut: Die Hitzewelle in Europa macht einigen zu schaffen. Bild: Keystone

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Was jenseits der Normalität ist, macht nachdenklich. Erst recht, wenn wir darunter leiden. Nur im August des Jahrhundertsommers 2003 war es in den letzten 150 Jahren heisser als jetzt. Die Hitze macht schlapp, belastet den Kreislauf und kann lebensgefährlich sein. Ist das unser Los der Zukunft? Beschert uns die Erderwärmung regelmässig solch schmorende Sommer?

Diese Frage stellte sich bereits 2003, als die Hitzewelle Zentral- und Südeuropa überrollte. Die Antwort ist damals wie heute dieselbe geblieben: Einzelne regionale Extremereignisse lassen sich statistisch nicht direkt dem Klimawandel zuordnen, weil sie selten passieren. Sie unterliegen dem Zufall natürlicher Schwankungen.

Logisch ist aber: Wenn sich die durchschnittliche globale Temperatur erhöht, dann steigt auch die Wahrscheinlichkeit für extremere Ereignisse. Seit der vorindustriellen Zeit hat sich die Erde durchschnittlich um etwa 0,8 Grad Celsius erwärmt. Die Klimaforscher sind inzwischen einen Schritt weiter. Es stehen global mehr Messdaten zur Verfügung, die Computer sind schneller geworden, und die verschiedenen Klimamodelle kommen den beobachteten Trends verblüffend näher.

Auch wenn sich die Tendenz lokaler Hitzeereignisse nur ungenau abschätzen lässt. Im globalen Massstab können die Forscher heute beachtenswerte Ergebnisse vorlegen: Bereits die gemessene Erderwärmung steigert zum Beispiel die Wahrscheinlichkeit mittelhäufiger Hitzetage – einmal in drei Jahren – um den Faktor fünf. Das sagt eine neue ETH-Studie. Eine zusätzliche Erderwärmung wird das Risiko weiter erhöhen. Im Moment steuert die Erde auf einen Temperaturanstieg um etwa drei Grad zu. Was die Modelle auch aufzeigen: Hauptverantwortlich ist eindeutig der Mensch durch die Verbrennung von Kohle, Erdöl und Gas. Ist ein Temperaturniveau einmal erreicht, ist es schwierig, Korrekturen anzubringen. Denn das Klima ist träge.

Erstellt: 06.07.2015, 19:48 Uhr

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