Der Aufstieg zum Mount Everest war nie so gefährlich

Bergsteiger bestätigen, was schon länger vermutet wurde. Der Hillary Step am Everest wurde zerstört. Seither ist das Erklimmen des Königs aller Berge riskanter denn je.

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Der Hillary Step, ein 12 Meter hoher Felsabsatz auf der Südostseite des Mount Everest, ist abgebrochen. Das haben Bergsteiger laut dem ««Guardian»» nun bestätigt.

Der berühmte Felsbrocken wurde nach Sir Edmund Hillary benannt, der gemeinsam mit Tenzing Norgay als Erster den Mount Everest bestiegen hat. Infolge des Erdbebens in Nepal im Jahr 2015 soll der Fels komplett zerstört worden sein. Die Gerüchte über sein Verschwinden konnten wegen der Wetterbedingungen und des vielen Schnees lange nicht bestätigt werden, wie es im Bericht weiter heisst.

Der britische Expeditionsleiter Tim Mosedale, der den Gipfel letzte Woche erklommen hat, stellte ein Foto auf Facebook. Er schrieb dazu: «Es ist offiziell – den Hillary Step gibt es nicht mehr. Ich bin mir nicht sicher, was passiert, wenn der Schnee keinen Grat bildet, denn es hat grosse Felsen, die extrem schwierig zu umgehen sind.»

«Ein Stück Bergsteigergeschichte verschwunden»

Mosedale, der am 16. Mai bereits zum sechsten Mal auf dem Mount Everest war, hatte Fotos an der Stelle gemacht, wo einst der Hillary Step war. Verglichen mit älteren Fotos wurde veranschaulicht, dass sich die Topografie verändert hat.

Es sei ein sehr emotionaler Moment gewesen, den kollabierten Felsen zu sehen, wie Mosedale zum «Guardian» sagt. «Ein Stück Bergsteigergeschichte ist einfach verschwunden. Sogar Nicht-Bergsteigern ist der Hillary Step ein Begriff.»

Letztes Hindernis vor dem Gipfel

Der betroffene Abschnitt befindet sich auf einer Höhe von 8790 Metern und wird von Kletterern als das letzte grosse Hindernis zum 8848 Meter hohen Gipfel bezeichnet. Mosedale äusserte ernsthafte Bedenken, was die Sicherheit der Bergsteiger anbelangt.

Zwar kann der Abbruch des Hillary Steps auch eine Erleichterung für den Aufstieg bedeuten, da keine senkrechte Felswand mehr hochgeklettert werden muss. Die wahre Gefahr aber bestehe im Umweg, den die Bergsteiger nun nehmen müssten. Dadurch wären sie gezwungen, länger in eisigen Temperaturen auszuharren.

(kaf)

Erstellt: 21.05.2017, 20:42 Uhr

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