Ein friedliches Monster, das mit der Haut trinkt

Die Trockenzeit und die heissesten Sommermonate verbringt der Dornteufel in seinem kleinen Bau. Dazwischen sammelt er Wasser aus Nebel und Morgentau.

Sieht gefährlicher aus, als er ist: Ein Dornteufel, unterwegs in den Trockengebieten von Zentral- und Westaustralien. Foto: Uwe-Bergwitz (iStock)

Sieht gefährlicher aus, als er ist: Ein Dornteufel, unterwegs in den Trockengebieten von Zentral- und Westaustralien. Foto: Uwe-Bergwitz (iStock)

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Der Name passt nur halb. Klar, Dornen hat er, aber ein Teufel ist der Dorn­teufel (Moloch horridus) nun wirklich nicht. Die Stacheln machen zwar tatsächlich einen unfreundlichen Eindruck. Ein Blick in die Augen der maximal elf Zentimeter langen Echse erinnert doch eher an eine gutmütige, etwas verstrubbelte Schildkröte als an einen Dämon.

Der Eindruck trügt nicht. Gefährlich wird das Tier höchstens den kleinen, schwarzen Ameisen in den Trockengebieten von Zentral- und Westaustralien, wo der Dornteufel lebt. Sie sind seine einzige Speise. Er verzehrt innert kürzester Zeit Tausende von den kleinen Krabblern, indem er sich neben eine Ameisenstrasse stellt und die Tiere aufleckt. Dafür muss er nicht besonders flink auf den Beinen sein, was er wahrlich auch nicht ist. Seine Bewegungen sind ruckartig, den Schwanz hält er dabei gebogen nach oben.

Die Haut des Dornteufels wird zu einer Art Fliesspapier.

Die heissesten Sommermonate und die Trockenzeit verbringt der Dorn­teufel in der Regel in seinem selbst gegrabenen kleinen Bau. In den etwas erträglicheren Monaten im Frühling und Herbst geht er tagsüber auf Nahrungssuche. Zu den grössten Herausforderungen gehört in den Trockengebieten neben der Hitze jedoch die Wasserknappheit. Das stachelige, zur Familie der Agamen gehörende ­Reptil ist dafür auf besonders clevere Art ­gerüstet.

In seiner Haut sorgt ein System aus kleinsten Rillen dafür, dass Wasser aus Pfützen, aber auch aus Nebel, Morgentau oder feuchtem Sand aufgesaugt und zum Maul transportiert wird. Die mikroskopischen, Zehntel- bis Hundertstelmillimeter kleinen, halb offenen Kanälchen sind dabei so fein, dass Kapillarkräfte wirken und die Haut so zu einer Art Fliesspapier wird. Das Wasser, das zum Mund gelangt, braucht die Echse dann nur noch zu schlucken.

Neben der Trockenheit sind die Feinde ein Problem für den Dornteufel: Greifvögel, Schlangen, Dingos und ­Warane. Die Stacheln helfen da wenig. Wenn sich ein Räuber nähert, erstarrt der Dornteufel und wird durch seine orangerote bis gelbe Färbung fast unsichtbar. Je nach Untergrund passt das Tier seine Farbe auch an.

Erstellt: 20.07.2019, 07:31 Uhr

Überleben in der Hitze

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