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«Globi ist immer noch Globi»

Die grüne Nationalrätin Maya Graf bedauert, dass im neuen Globibuch Gentechpflanzen nicht thematisiert werden. Dennoch findet sie das Buch sehr gelungen.

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Was ist Ihr Lieblingsglobibuch?
«Globi und Panda reisen um die Welt» ist toll gemacht.

Der Band ist 1996 erschienen und wurde vom WWF gesponsert.
Schon damals haben mich ökologische Themen angesprochen. Globi befreit in dem Band Panda aus dem Zoo Basel, fährt den Rhein hinunter und um die ganze Welt, um Panda heim nach China zu bringen. Unsere Kinder liebten dieses Buch und die Lieder-CD ebenfalls sehr.

Der neue, von der Umweltorganisation Biovision gesponserte Band trägt die Botschaft der Biolandwirtschaft in die Kinderstuben. Die grüne Gentechnologie, die Sie ja auch oft kritisiert haben, wird darin nicht einmal erwähnt. Wurmt Sie das?
Das finde ich eigentlich schade, denn Gentechpflanzen sind ein viel diskutiertes Thema im Zusammenhang mit der industrialisierten Landwirtschaft. Man hätte dies im Globibuch, das ja die ökologische Landwirtschaft propagiert, sehr gut thematisieren können.

Eine verpasste Chance?
Vielleicht. Aber wahrscheinlich wäre das zu weit gegangen, denn man sollte in einem Kinderbuch nicht zu viele Fachausdrücke verwenden. Es ist ja für Kinder gemacht und soll den Stoff auf einfache und vergnügliche Art erklären und nicht zu akademisch daherkommen.

Auch in der Biolandwirtschaft scheint es komplizierte Begriffe zu geben. Den Kindern wird im neuen Globibuch zum Beispiel der Ausdruck «Push-Pull» zugemutet.
Das geht wohl unter Frühenglisch ...

Früher war Globi frech, neugierig und ging ohne Scheuklappen um die Welt. Jetzt gibt er ziemlich brav die politisch korrekte Sicht von Biovision wieder.
Das ist doch schön, wenn der Biolandbau politisch korrekt geworden ist. Zuvor spielte er dreissig Jahre nur eine Aussenseiterrolle, heute ist er in der Mitte der Gesellschaft angekommen, und Globi macht Streiche damit. Was kann man sich mehr wünschen?

Als Politikerin freut es Sie natürlich, wenn Globi als Weltverbesserer daherkommt. Ist das aber nicht Gehirnwäsche für unsere Kleinsten?
In allen Globiheften hat sich immer auch der Zeitgeist widerspiegelt, das ist ja auch das Spannende daran. Globi war vorher ja nicht immer lupenrein und musste auch viel Kritik einstecken, zum Beispiel bei «Globi in Afrika» wegen seines kolonialistischen Untertons.

Heute scheint mir Globi einfach nur noch zahm zu sein.
Wenn man ein solches Globibuch macht, war schon immer die grosse Herausforderung, die pädagogischen Botschaften mit der Spielfreude und dem Witzigen oder sogar Queren zu verbinden, ohne dass es zu pädagogisch daherkommt.

Sie meinen, der neue Band hätte auch ein bisschen frecher sein dürfen?
Vielleicht, zum Beispiel hätten auch misslungene Taten vorkommen dürfen, denn auch beim Biolandbau funktioniert nicht immer alles. Aber das neue Buch ist doch sehr gelungen. Globi ist immer noch Globi, und die Botschaften kommen gut rüber.

Erstellt: 01.04.2014, 11:37 Uhr

Maya Graf

Die 52-jährige Biobäuerin aus Sissach BL ist zweifache Mutter. Kürzlich lancierte sie den neusten Globiband «Globi, der schlaue Bauer». Globi ist darin ein Biobauer.

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