«Höhlenräuber»: Biologen entdecken neue Spinnenfamilie

Forscher haben in den USA eine Spinne entdeckt, deren Beine mit Borsten und Fängen ausgestattet sind. Das Tier ist so aussergewöhnlich, dass eine neue Spinnenfamilie kreiert werden musste.

Vier Zentimeter gross: Der «Höhlenräuber», eine neu entdeckte Spinne.

Vier Zentimeter gross: Der «Höhlenräuber», eine neu entdeckte Spinne. Bild: Griswold/Audisio/Ledford

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Höhlenforscher und Arachnologen haben in den USA eine neue Spinnenfamilie entdeckt. Die mit tödlichen Vorderklauen ausgestattete Spinne mit dem Namen Trogloraptor oder Höhlenräuber sei in Höhlen im westlichen US-Bundesstaat Oregon sowie in alten Wäldern der Region entdeckt worden, teilten Wissenschaftler der California Academy of Sciences gestern mit.

Die Tiere weisen den Forschern zufolge so einmalige evolutionäre Merkmale auf, dass mit ihnen nicht einfach eine neue Gattung oder Art entdeckt wurde, sondern gleich eine neue Familie von Spinnen. In der Studie, die in der Zeitschrift «ZooKeys» veröffentlicht wurde, wurde darauf verwiesen, wie selten die Entdeckung einer neuen Tierfamilie vorkomme – selbst bei so variantenreichen Tieren wie Insekten und Spinnen.

Kämpferische und spezialisierte Räuber

Trogloraptor hat mit gespreizten Beinen eine Grösse von vier Zentimetern. Die besondere Grösse der Klauen lasse vermuten, dass die Spinnen «kämpferische, spezialisierte Räuber» seien, heisst es in der Studie. Die Wissenschaftler fanden aber bislang nicht heraus, wovon sich die Höhlenkriecher ernähren. Sie vermuteten, dass Trogloraptor ein naher Verwandter der Koboldspinne ist.

Die Entdeckung machten den Angaben zufolge zunächst Hobby-Höhlenforscher des Western Cave Conservancy und Spinnenexperten der California Academy of Sciences in Höhlen im Südwesten von Oregon. Wissenschaftler der San Diego State University hätten dann weitere Tiere dieser Familie in uralten Bäumen gefunden.

Die Wälder entlang der Westküste von Kalifornien bis zur kanadischen Provinz British Columbia sind bekannt dafür, seltene und uralte Tier- und Pflanzenarten zu beherbergen, etwa den Schwanzfrosch, das Biberhörnchen und die gigantischen Küstenmammutbäume. (ses/AFP)

Erstellt: 18.08.2012, 09:00 Uhr

Mit tödlichen Fängen ausgestattet: Ein Bein des Trogloraptors. (Bild: Griswold/Audisio/Ledford)

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