Mit Wasserreservoir ab in die Sanddüne

Australische Wüstenfrösche wie der Nichollsfrosch können Trockenheit und Hitze dank gefüllter Harnblase tief im Boden überdauern. Manche hüllen sich sogar in einen Kokon.

Der Wüstenfrosch Notaden nichollsi vergräbt sich tief im Boden, um sich vor Trockenheit und Hitze zu schützen. Foto: Getty Images

Der Wüstenfrosch Notaden nichollsi vergräbt sich tief im Boden, um sich vor Trockenheit und Hitze zu schützen. Foto: Getty Images

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Tümpel, Moore und Regenwälder gelten als typische Refugien für Frösche und Kröten. In diesen Lebensräumen fällt es ihnen leicht, sich feucht und kühl zu halten. Da mag es überraschen, dass gewisse Amphibienarten durchaus mit trockenem und heissem Wüstenklima klarkommen. Nur: Wie machen sie das? Reptilien, Vögel und Säugetiere schützt eine vergleichsweise dicke Haut vor Austrocknung. Bei Amphibien besteht die äussere verhornte Hautschicht jedoch typischerweise nur aus einer einzigen Lage Zellen. Diese lässt Feuchtigkeit gut durch. Amphibien brauchen daher nicht zu trinken. In trockenem und heissem Wüstenklima trocknen Amphibien dafür schnell aus.

Um das zu verhindern, graben sich Wüstenfrösche ein. Tief im Boden trotzen sie über Monate, wenn nicht Jahre der anhaltenden Hitze und Trockenheit. Zunächst können sie noch aus der sie umgebenden Erde Feuchtigkeit aufnehmen. Wenn auch der Boden ausgedörrt ist, müssen sie mit dem auskommen, was sie gespeichert haben, insbesondere in ihrer Harnblase. Diese kann, mit Wasser gefüllt, auf bis zu 50 Prozent des Körpervolumens anschwellen.

Der massgeschneiderte Kokon

Forscher um Victoria Cartledge von der University of Western Australia haben zwei in Australien vorkommende Wüstenfrösche näher untersucht. Das war einerseits der abgebildete rund sechs Zentimeter grosse Nichollsfrosch (Notaden nichollsi) sowie der rund fünf Zentimeter grosse Neobatrachus aquilonius. Wie sie in «The Journal of Experimental Biology» schreiben, waren die Frösche bis zu zwei Meter tief vergraben. Notaden nichollsi fand sich vorwiegend in Sanddünen, während sich Neobatrachus aquilonius bevorzugt in lehmigen Senken vergrub.

Nun stossen Frösche von Zeit zu Zeit die äussere Zellschicht ab. Wird diese an Ort und Stelle belassen, bildet sich wie bei Neobatrachus aquilonius mit der Zeit ein massgeschneiderter Kokon, der zusätzlich vor Austrocknung schützt. Unter dem Elektronenmikroskop erkannten die Wissenschaftler, dass die Kokons aus bis zu 229 Zelllagen bestanden, von denen jede nur Bruchteile eines Tausendstelmillimeters mass.

Erstellt: 26.07.2019, 18:26 Uhr

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