Ozeanen geht der Sauerstoff aus

Ein neuer Bericht zeigt: Der Sauerstoffverlust der Meere wird zu einer wachsenden Bedrohung für Fischbestände.

Eine Meeresschildkröte schwimmt über eine Absenkung am Rande eines Riffs. (Symbolbild) Foto: Alexis Rosenfeld/Getty Images

Eine Meeresschildkröte schwimmt über eine Absenkung am Rande eines Riffs. (Symbolbild) Foto: Alexis Rosenfeld/Getty Images

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Sauerstoffverlust der Meere wird zu einer wachsenden Bedrohung für Fischbestände. Das geht aus einem neuen Bericht hervor, den die Weltnaturschutzunion (IUCN) am Samstag in Madrid bei der Weltklimakonferenz vorstellte.

Betroffen seien etwa 700 Meeresregionen in aller Welt. «Das ist möglicherweise das letzte Alarmsignal, dass wir von dem unkontrollierten Experiment bekommen, dass die Menschheit in den Ozeanen der Welt ausgelöst hat», sagte Dan Laffoley, einer der Herausgeber des Berichts.

Der sinkende Sauerstoffgehalt in den Ozeanen hat dem Bericht zufolge in der Hauptsache zwei Gründe. Zum einen die Klimaerwärmung. Heizt sich das Meerwasser auf, enthalte es tendenziell weniger Sauerstoff. Zum anderen führe eine Verschmutzung der Gewässer mit Nährstoffen etwa aus Fischzuchten oder Düngemitteln aus der Landwirtschaft insbesondere in Küstenregionen zu einem starken Algenwachstum. Bei ihrem Abbau verbrauchen sie Sauerstoff. In sauerstoffarmen Gewässern überlebten Mikroben, Quallen und Tintenfische besser als Fische.

Vom Sauerstoffrückgang betroffen sind auch die Ostsee und das Schwarze Meer. «Dies sind die grössten geschlossenen Meeresökosysteme mit niedrigem Sauerstoffgehalt», heisst es in dem Bericht. Während es im Schwarzen Meer teils natürliche Gründe gebe, seien in der Ostsee vor allem die Düngemittel und der Klimawandel Schuld.

In wärmeren Gewässern vermischten sich sauerstoffreiche und -arme Schichten weniger gut, heisst es in dem Bericht. Thunfische und Haie brauchten wegen ihrer Grösse und ihres Energiebedarfs viel Sauerstoff. Sie würden in relativ sauerstoffreiche Schichten an höheren Lagen gezwungen und setzten sich dann der Gefahr aus, gefischt zu werden. Überfischung sei die Folge, so die IUCN. (sda)

Erstellt: 07.12.2019, 21:09 Uhr

Artikel zum Thema

Qualle? Plastik!

Video Müll, Fischernetze und die Klimaerwärmung bedrohen die Meeresschildkröten in den Weltmeeren. Mehr...

Der Meeresspiegel steigt und steigt

Klimaforscher warnen: Auch wenn die Treibhausgase stark reduziert werden, steigt der Pegel der Ozeane dramatisch. Mehr...

«Über den Klimawandel wurden drei grosse Irrtümer verbreitet»

Interview Die Folgen der Erderwärmung seien viel schlimmer, als wir glauben, warnt Autor David Wallace-Wells. Und sagt, wo wir uns irren. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Ganz schön angeknipst: Ein Mitglied des Bingo Zirkus Theater steht anlässlich des 44. internationalen Zirkusfestivals in Monte Carlo auf der Bühne. (16. Januar 2020)
(Bild: Daniel Cole ) Mehr...