Saubere Luft allein genügt nicht

Sinnvoll wäre, wenn die schweizerische und europäische Klimapolitik Schritt halten würde.

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Es war das Reizgas vieler Sommer. Kaum wurden ­Spitzenwerte gemessen, schon wurde vor den ­gesundheitlichen Gefahren des Ozons gewarnt. ­Inzwischen haben die Warnungen ihre Wirkung ver­loren. An die sommerliche hohe Ozonbelastung haben wir uns gewöhnt, weil trotz grosser Anstrengungen der Politik, die Luft sauber zu halten, die Ozon­konzentration bisher partout nicht sinken wollte.

Die jetzige Erfolgsmeldung über die sinkenden Werte der Ozonspitzen in der Ostschweiz und in Zürich erinnern daran, dass gewisse internationale Abkommen – im Gegensatz zu den bisherigen Klima­verträgen – doch erfolgreich sein können. Dank internationalen Übereinkommen waren die Schweiz, die ­Europäische Union und auch die USA gezwungen, die Substanzen für die Ozonbildung, die Stickoxide aus dem Verkehr und die Kohlenwasserstoffe aus Gewerbe und ­Industrie massiv zu reduzieren. Das ist gelungen.

Der Erfolg liegt darin, dass in der Lufthygiene im Vergleich zur Klimaproblematik nicht ein bisher ­weltweit bewährtes Energiesystem revolutioniert ­werden muss. Die Luftreinhalteverordnung gilt seit 1985. Bereits ein Jahr später schrieb die Schweiz als erstes Land in Europa einen Katalysator für ­Neuwagen vor, im Jahr 2000 führte sie die Lenkungsabgabe für ­Kohlenwasserstoffe ein. Bedeutend waren auch die strengeren Abgasnormen für Autos und Lastwagen in Europa. Ein beträchtlicher Teil des Ozons wird ­importiert.

Doch trotz tieferen Ozonspitzen wird der vorgeschriebene Stundengrenzwert im Sommer vieler­orts immer noch mehrere Hundert Mal überschritten. ­Deshalb wollen die Schweiz und die EU die Emissionen bis 2020 nochmals deutlich reduzieren. Noch in diesem Jahr gelten für Dieselautos schärfere Abgasnormen.

Sinnvoll wäre, wenn auch die schweizerische und europäische Klimapolitik Schritt halten würde. Denn mit dem Fortschritt der Lufthygiene in Europa nimmt die Sonneneinstrahlung zu, und die Erde wird weiter erwärmt. Neben einer sauberen, gesunden Luft braucht es deshalb auch eine starke Reduzierung der Treibhausgase.

Erstellt: 24.06.2014, 00:18 Uhr

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