Schweiz verbessert sich im Klima-Ranking nur unwesentlich

Zum dritten Mal in Folge hat kein Land den Ehrgeiz entwickelt, die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erfüllen. Die besten Noten erhalten drei europäische Nationen.

Schweiz macht einen Rang gut: Rauch steigt in Zürich aus Schornsteinen. (Archiv)

Schweiz macht einen Rang gut: Rauch steigt in Zürich aus Schornsteinen. (Archiv) Bild: Gaëtan Bally/Keystone

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Die Schweiz hat sich im Klima-Länderrating im Vergleich zum Vorjahr um einen Platz verbessert und liegt nun auf Rang 14. Die besten Noten bekommen im diesjährigen Klimaschutz-Index Frankreich, Schweden und Grossbritannien.

Diese und weitere EU-Länder haben ihre CO2-Emissionen seit 1990 deutlich stärker gesenkt als die Schweiz. Deutschland landet auf Rang 29 (im Vorjahr 22) und damit hinter Ländern wie Indien, Indonesien oder Ägypten. Italien ist auf Rang 16, Österreich auf Rang 41.

Das Klima-Länderrating «Climate Change Performance Index (CCPI)» von Germanwatch und Climate Action Network (CAN) Europe vergleicht den CO2 pro Kopf, die Entwicklung der CO2-Emissionen und die Klimapolitik der 58 Länder mit dem grössten Treibhausgas-Ausstoss. An der UNO-Klimakonferenz in Marrakesch wurde heute die jüngste Ausgabe vorgestellt.

Kein Land erfüllt Ziele von Paris

Die ersten drei Plätze sind erneut nicht vergeben, weil weltweit kein Land die Ziele des Pariser Klimaabkommens erfüllt. Wie schon in den vergangenen beiden Jahren war den Klimaschützern zufolge kein Land vorbildlich genug, um sich einen Platz auf dem Treppchen zu verdienen.

In keinem einzigen Land reichten bislang die Anstrengungen aus, um die Erderwärmung auf 1,5 bis 2 Grad zu begrenzen – das hatte sich die Weltgemeinschaft vor knapp einem Jahr in Paris zum Ziel gesetzt.

Insgesamt zeigen sich die Verfasser dieses Jahr dennoch ganz zufrieden: «Das Klimaabkommen von Paris hat Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz weltweit Rückenwind gegeben.»

WWF: Schweiz kann vorwärts machen

Laut dem WWF Schweiz wurde ein besseres Resultat der Schweiz «durch den weiterhin schleppenden Ausbau der erneuerbaren Energien verhindert». Auch die Emissionen des Verkehrs – insbesondere der Luftfahrt – würden aufs Ranking der Schweiz drücken, schrieb die Umweltorganisation heute.

Bei der Bewertung der Energieeffizienz profitiere die Schweiz davon, dass sie viele Güter importiere: Der Energieverbrauch und die CO2-Emissionen für die Produktion dieser Güter würden dem Ausland zugerechnet. Relativ erfreulich sei zumindest der Trend im Gebäudebereich, wo die Klimapolitik mit CO2-Lenkungsabgabe und Gebäudeprogramm sichtbar greife.

Die Schweiz könne Schritte vorwärts machen, falls die Energiestrategie 2050 in Kraft trete und die Kantone ihre neuen Mustervorschriften für Gebäude umsetzten. Und das neue CO2-Gesetz der Schweiz, welches der Umsetzung des Pariser Klimaabkommens dient und derzeit in der Vernehmlassung steckt, müsse ein weiterer Schritt sein.

Marokko schafft es auf Platz 8

Im Mittelfeld der Klimaschutz-Rangliste sind Schwellenländer zu finden. Sie geben sich laut dem WWF Schweiz teilweise durchaus ambitioniert: Indien und China legten ein atemberaubendes Tempo beim Ausbau der erneuerbaren Energien vor, Brasilien setze sich für ein Schwellenland aussergewöhnliche Reduktionsziele.

Marokko, diesjähriger Gastgeber der Klimakonferenz, schafft es mit tiefen Emissionen, ehrgeizigen Plänen für Solar- und Windstrom sowie soliden Energiesparzielen gar auf Rang 8, deutlich vor die Schweiz. Treu bleiben sich die Verlierer wie Japan oder Saudiarabien. Sie stehen am Schluss des Rankings. (nag/sda)

Erstellt: 16.11.2016, 13:44 Uhr

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