Steht die Erde kurz vor einer Mini-Eiszeit?

Forscher gehen davon aus, dass die Sonnenaktivität ab 2030 sinken wird. Es wäre nicht das erste Mal.

Ein neues Modell berechnet die zukünftige Sonnenfleckenaktivität: Ab 2030 soll sie um 60 Prozent sinken.

Ein neues Modell berechnet die zukünftige Sonnenfleckenaktivität: Ab 2030 soll sie um 60 Prozent sinken. Bild: Diether Endlicher/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Eine Art Mini-Eiszeit könnte auf uns zukommen – und das schon sehr bald. Ein neues Forschungsmodell produziert «noch nie dagewesene genaue Vorhersagen» von Unregelmässigkeiten in den Sonnenzyklen, wie die «Royal Astronomical Society» berichtet. Sonnenzyklen sind eine Art «Herzschlag» der Sonne, worin die Aktivität der Sonne variiert. Sie dauern zwischen zehn und zwölf Jahren.

Die neusten Vorhersagen gehen davon aus, dass in den 2030ern die Sonnenfleckenaktivität um ganze 60 Prozent sinken könnte, sagt die Forscherin Valentina Zharkova von der Northumbria University. Das heisst, dass die Anzahl beobachtbarer Sonnenflecken in Zukunft geringer wird.

Einen solchen Einbruch der Sonnenaktivität habe es letztmals zwischen 1645 und 1715 gegeben. Damals gab es eine «kleine» Eiszeit mit vielen kalten Wintern. Sie löste eine humanitäre Krise aus: Die Sommer waren nasskalt und das Getreide auf den Feldern verfaulte. Manche Forscher gehen jedoch davon aus, dass nicht die Aktivität der Sonne, sondern die Vulkanausbrüche auf der Erde dafür verantwortlich waren.

Die Forschungsergebnisse sind umstritten

Zharkova sagt, dass ihre Vorhersagen zu 97 Prozent genau seien. Daten hätten bereits vor mehreren Jahren gezeigt, dass die Stärke des Magnetfelds in den Sonnenflecken abnimmt. Experten seien sich einig, dass ein verzögerter Aktivitätsanstieg auf der Südhalbkugel der Sonne die Hauptursache für das Phänomen ist.

Ob die verminderte Aktivität tatsächlich zu einer Eiszeit führen wird, ist umstritten. Die Meldung hat im Web eine heftige Diskussion ausgelöst. Die zunehmende globale Erwärmung werde den Effekt der geringeren Sonnenaktivität ausgleichen, schreibt das Online-Portal thinkprogress.org. Viele Studien hätten gezeigt, dass die Temperaturen weiter steigen werden. Auf der Website spaceweather.com steht, die Berichte über eine mögliche Eiszeit seien übertrieben, noch seien Zharkowas Annahmen nicht bewiesen. (pat)

Erstellt: 14.07.2015, 09:17 Uhr

Artikel zum Thema

Die russische Eiszeit

Analyse Russland hat den Zerfall seiner Währung vorerst gestoppt. Doch die getätigten Eingriffe fügen der Wirtschaft zusätzlichen Schaden zu. Mehr...

Die neue Eiszeit beginnt

Wer skort, wer gewinnt, wer kassiert? Zehn Fragen vor dem Start der NHL-Saison. Mehr...

Das Ende der Eiszeit

Balthasar Glättli und Martin Bäumle wollen die Grünen und Grünliberalen versöhnen. In den Kantonen laufen bereits erste Verhandlungen über Listenverbindungen – mit dem Risiko, dass die Basis das nicht goutiert. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Blogs

History Reloaded Der Zwingli des Islam

Beruf + Berufung «Wir verhandeln nie unseren Wert»

Die Welt in Bildern

Zyklon Idai: Ein Mädchen beobachtet sichtlich geschockt, wie Menschen aus der Stadt Buzi in Mosambik nach ihrer Rettung am Hafen in Beira an Land gehen. (22. März 2019)
(Bild: Andrew Renneisen/Getty Images) Mehr...