Titanwurz kurz vor Blütezeit

Basel hält den Atem an: Rund eineinhalb Jahre nach der letzten Blühzeit wird die grösste Blume im Pflanzenreich voraussichtlich am kommenden Wochenende erneut blühen.

Noch am 8. Oktober ragte nur eine Spitze von 2,5 Zentimeter aus dem Topf, nun sind es bereits 156 Zentimeter: Die Bildserie zeigt das Wachstum innerhalb der letzten fünf Tage.

Noch am 8. Oktober ragte nur eine Spitze von 2,5 Zentimeter aus dem Topf, nun sind es bereits 156 Zentimeter: Die Bildserie zeigt das Wachstum innerhalb der letzten fünf Tage. Bild: Botanischer Garten, Universität Basel

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Blüte der Titanwurz-Pflanze im Basler Botanischen Garten dürfte rund 2 Meter hoch werden, am Sonntag war die Knospe bereits 1,56 Meter hoch. Sollte sie sich an einem Abend öffnen und dann entsetzlich stinken, will der Botanische Garten die Besichtigung auch in der Nacht ermöglichen. Dazu und für die ganze Dauer der Blühzeit wurde zusätzliches Personal aufgeboten, wie Bruno Erny, der Leiter des Gartens, auf Anfrage sagte.

Seit Anfang Oktober wächst aus der inzwischen über 30 Kilogramm schweren Knolle die Blüte des Titanwurz, der von Fachleuten Amorphophallus titanum genannt wird. Am 8. Oktober ragte nur eine Spitze von 2,5 Zentimeter aus dem Topf. Das Wachstum lag zuerst bei wenigen Zentimetern täglich. Am 1. November erreichte die Blüte eine Höhe von 52 Zentimetern.

Anschliessend ging es schneller vorwärts. Am 7. November war die Blüte bereits einen Meter hoch. Seit Freitag wächst sie um 13 bis 17 Zentimeter täglich. Eine Webcam auf der Internetseite des Botanischen Gartens informiert laufend über das Wachstum.

In der Schweiz ein seltenes Ereignis

Laut Erny ist es eher selten, dass Titanwurz-Pflanzen in Gewächshäusern in so kurzer Zeit mehrmals blühen. Wie oft eine Pflanze in ihrer Heimat - dem tropischen Regenwald auf Sumatra - blüht, sei nicht bekannt. Es gebe keine entsprechenden Beobachtungen.

Regelmässig blühen Titanwurz-Pflanzen in europäischen Gewächshäusern, sagte Erny weiter. In der Schweiz wurden bisher zwei blühende Riesenblumen registriert: Im November 1936 in Bern und im April 2011 in Basel. Damals war der Andrang riesig. Über 25'000 Besucher besichtigten die Riesenblume.

Die Blüte des Titanwurz besteht aus einem braunroten, trichterförmigen Hüllblatt, das einen bis zu zwei Meter hohen gelben Kolben umgibt. Der Kolben stinkt in den ersten Stunden nach dem Öffnen der Blüte nach Fisch und Aas und lockt damit Bestäuber an.

Künstliche Bestäubung geplant

Mitarbeiter des Botanischen Gartens wollen in diesem Jahr die Pflanze mit fremdem Pollen bestäuben. Dazu wird ein kleines Fenster in den Hüllblattkessel geschnitten. Der Pollen stammt vom Botanischen Garten Bonn.

Bereits einen Tag nach dem Aufblühen schliesst sich das braunrote Blatt. Nach etwa zwei weiteren Tagen knickt der Kolben ein, womit die Blühzeit abgeschlossen ist. (lub/sda)

Erstellt: 11.11.2012, 20:54 Uhr

Artikel zum Thema

Exotische Titanwurz liebt Schweizer Kuhmist

Die Titanwurz stinkt so aussergewöhnlich, wie sie gross ist. Die gewaltige Pflanze wird in Basel bereits nach eineinhalb Jahren erneut blühen. Mehr...

Es stinkt wieder

Nach den Baslern dürfen sich auch die Berliner an einer blühenden Titanwurz erfreuen. Im Botanische Garten Berlin hat sich die grösste Blüte der Welt entfaltet. Sie verbreitet bereits ihren charakteristischen Geruch. Mehr...

Die botanische Sensation im Zeitraffer

Video Eine blühende Titanwurz-Pflanze hat an den Oster-Feiertagen rund 25'000 Besucher in den Botanischen Garten Basel gelockt. Tagesanzeiger.ch/Newsnet präsentiert das seltene Ereignis im Zeitraffer. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Blogs

Geldblog Negativzinsen: Was soll das?

Mamablog Ach, diese Instagram-Muttis!

Die Welt in Bildern

Harter Einsatz: Ein Demonstrant wird in Santiago de Chile vom Strahl eines Wasserwerfers getroffen. Die Protestbewegung fordert unter anderem höhere Untergrenzen für Löhne und Renten, günstigere Medikamente und eine neue Verfassung, die das Grundgesetz aus den Zeiten des Diktators Augusto Pinochet ersetzen soll. (9. Dezember 2019)
(Bild: Fernando Llano) Mehr...