Hintergrund

Warum Bienen keine Bruchpiloten sind

Mit einer verblüffend einfachen Methode gelingt Bienen eine sichere Landung. Um an ihr Geheimnis zu kommen, wurden die Bienen ausgetrickst.

Gute Flieger: Honigbienen benötigen keine ausgefeilte Technik, um sicher auf den Blüten zu landen.

Gute Flieger: Honigbienen benötigen keine ausgefeilte Technik, um sicher auf den Blüten zu landen. Bild: Darko Vojinovic /Keystone

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Wenn Bienen auf einer Blüte landen, tun sie dies mit erstaunlicher Präzision und Anmut. Mithilfe ausgefeilter Experimente hat nun ein internationales Forscherteam herausgefunden, mit welcher Methode die Tiere dies bewerkstelligen.

Nähert man sich einem Objekt mit konstanter Geschwindigkeit, dehnt es sich im Gesichtsfeld immer schneller aus, je näher man ihm kommt. Diese Eigenschaft machen sich die Bienen zunutze: Beim Landeanflug verlangsamen sie die Geschwindigkeit so, dass die optische Ausdehnung konstant bleibt. Auf diese Weise erreichen sie den anvisierten Landeplatz praktisch im Stillstand.

Bienen ausgetrickst

In einem Artikel des amerikanischen Fachmagazins «PNAS» beschreiben die Wissenschaftler, wie sie die Bienen austricksten, um hinter ihr Geheimnis zu kommen. In Experimenten platzierten sie eine Futterquelle auf einer drehbaren Scheibe. Diese war mit einem Spiralmuster bemalt, mit der sich je nach Drehrichtung die Vergrösserung beziehungsweise die Verkleinerung eines Objekts im Gesichtsfeld simulieren liess. Wurde den Bienen nun auf diese Weise eine überproportional schnelle Vergrösserung des Zielobjekts im Gesichtsfeld beim Landeanflug simuliert, dachten sie, sie seien zu schnell, und bremsten bereits vor dem Ziel ab. Umgekehrt führte eine unterproportional schnelle Vergrösserung zu einer unkontrollierten Landung.

Die Methode, welche die Bienen bei ihrem Landeanflug verwenden, ist äusserst effektiv. Die Tiere sind dabei nicht auf Informationen über Geschwindigkeit und die Entfernung zum Ziel angewiesen. Weil für dieses Bienen-System simple Bilderfassung und Datenverarbeitung ausreichen, wäre gemäss den Forschern eine technische Anwendung äusserst interessant. Dadurch liessen sich teure Ausrüstungen einsparen. Um dies zu testen, wollen die Wissenschaftler nun kleine Fluggeräte mit einem entsprechenden System ausrüsten. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 30.10.2013, 20:58 Uhr

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