Wie viel Phosphor erträgt der Vierwaldstättersee?

Der Phosphorgehalt des Sees sorgt für Diskussionen. Berufsfischer sorgen sich um den Fischbestand.

«Hervorragende Trink- und Badewasserqualität»: Der Vierwaldstättersee.

«Hervorragende Trink- und Badewasserqualität»: Der Vierwaldstättersee. Bild: Keystone

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Im Vierwaldstättersee wollen die Aufsichts- und die Fischereikommission die Situation um den Nährstoffgehalt und die Auswirkung auf die Berufsfischer gemeinsam analysieren.

Dies gaben die Gremien am Freitag bekannt. Eine künstliche Regulierung lehnen sie ab.

Die Schweizer Berufsfischer fordern in ihrem Jahresbericht 2013, dass der Phosphorgehalt im sauberen und nährstoffarmen Alpenrandsee nicht weiter sinkt. Sie fürchten um einen Rückgang der Fischbestände und damit um Fangerträge.

Auswirkungen auf das Algenwachstum

Phosphor ist ein Pflanzennährstoff und hat Auswirkungen auf das Algenwachstum und damit auf das Nahrungsangebot von Fischen. Der Stoff gelangt über Abwasser aus Siedlungen, Dünger in der Landwirtschaft oder natürlichen Quellen in die Gewässer.

Die Aufsichtskommission Vierwaldstättersee und die Fischereikommission Vierwaldstättersee beschlossen, das Thema Phosphor und Fischerei gemeinsam «vertiefter zu diskutieren», wie es in der Mitteilung heisst. Die Entwicklung solle im Hinblick auf eine existenzsichernde Berufsfischerei analysiert werden.

Zu möglichen Massnahmen machten die Kommissionen keine Angaben. Gegenüber einer künstlichen Regulierung des Phosphorhaushaltes im Vierwaldstättersee äusserten sie sich jedoch kritisch. Die Machbarkeit für das interkantonale Gewässer sei komplex und die Auswirkungen auf das Ökosystem seien schwierig einzuschätzen, heisst es in der Mitteilung.

Trinkwasserqualität hat höchste Priorität

Beide Kommissionen seien sich einig, dass die Sicherung der «hervorragenden Trink- und Badewasserqualität» höchste Priorität habe, sagte der Schwyzer Landammann Andreas Barraud, Präsident der Fischereikommission Vierwaldstättersee, auf Anfrage. Es gelte allerdings eine Balance zu finden, damit ein «gesunder Fischbestand» überleben könne und die Berufsfischer ein auskommen hätten.

Bis im Herbst wollen die Kommissionen die Daten zum Seewasser und die verschiedenen Positionen aufbereiten und diskutieren, wie Barraud weiter sagte.

Die Phosphorkonzentration im Vierwaldstättersee hatte sich zwischen den 1950er und den 1980er Jahren praktisch verdreifacht. Grund waren immer mehr praktisch ungeklärtes Abwasser aus Siedlungen und die sich intensivierende Landwirtschaft.

Nach dem Bau von Kläranlagen und Massnahmen im Gewässerschutz sank der Phosphorgehalt praktisch auf das Niveau vor der Überdüngung des Sees zurück. Seit den 1990er Jahren blieb die Konzentration praktisch stabil. Die Fischfangerträge entwickelten sich insgesamt ähnlich. (jge/sda)

Erstellt: 11.07.2014, 17:49 Uhr

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