Ab Montag leben wir auf Kredit unseres Planeten

Nach nur knapp sieben Monaten von 2019 hat die Menschheit mehr konsumiert, als die Erde nachhaltig in einem Jahr produzieren kann.

Rein rechnerisch beanspruchte die Weltbevölkerung die Ressourcen von 1,75 Erden. (Foto: Keystone)

Rein rechnerisch beanspruchte die Weltbevölkerung die Ressourcen von 1,75 Erden. (Foto: Keystone)

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Pflege jeder und jede einen Lebensstil wie die Schweizer, bräuchte die Menschheit jedes Jahr rund drei Planeten, um ihren Bedarf zu decken, hiess es in der Mitteilung des WWF Schweiz vom Sonntag.

Wälder abgeholzt, Flüsse verunreinigt, Arten dezimiert: Das Datum des sogenannten Erdüberlastungstages ist nach Berechnung der Denkfabrik Global Footprint Network so weit nach vorne im Kalender gerückt wie noch nie. Rein rechnerisch beanspruchte die Weltbevölkerung die Ressourcen von 1,75 Erden.

Vor 20 Jahren lag der Tag, ab dem die Menschen aus ökologischer Sicht über ihre Verhältnisse leben, noch im Oktober. 2018 war es der 1. August. Vom Welterschöpfungstag an werden Ressourcen verbraucht, die nicht mehr im Lauf des Jahres nachwachsen. Vor allem der Lebensstil in reichen Industrienationen belastet das Konto. Ärmere Länder gleichen es noch ein wenig aus.

«Die Erschöpfung der natürlichen Ressourcen ist laut WWF seit den 70er-Jahren feststellbar.»

In der Schweiz ist laut WWF das Ernährungsverhalten verantwortlich für 19 Prozent der Treibhausgas-Emissionen und 28 Prozent der privaten Umweltverschmutzung. Wer nur drei Mal in der Woche Fleisch esse, reduziere den ökologischen Fussabdruck um ein Fünftel im Bereich Nahrung.

Die Erschöpfung der natürlichen Ressourcen ist laut WWF seit den 70er-Jahren feststellbar. Dazu trügen die Menschen in der Schweiz ihren Teil bei: Sie fliegen im Mittel dreimal so oft wie andere EU-Bürger. Damit steige der CO2-Ausstoss, der den Klimawandel hauptsächlich verursache. (sda)

Erstellt: 28.07.2019, 10:29 Uhr

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