Abgebrochener Monster-Eisberg steckt fest

Vor einem Monat hat sich einer der grössten je beobachteten Eisberge lösgelöst. Doch seither ist er nur langsam vorangekommen.

5800 Quadratkilometer und eine Gigatonne schwer: Das Satellitenfoto zeigt ein Bild des Larsen-C-Schelfeises mit dem sich abgelösten Eisberg A68. (25. Juli 2017)

5800 Quadratkilometer und eine Gigatonne schwer: Das Satellitenfoto zeigt ein Bild des Larsen-C-Schelfeises mit dem sich abgelösten Eisberg A68. (25. Juli 2017) Bild: German Aerospace Center/Keystone

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Der vor einem Monat in der Westantarktis abgebrochene Eisberg A68 hat sich bisher kaum von der Stelle bewegt. Die Strömung habe noch keine Angriffsfläche am Giganten gefunden, um ihn mit sich fortzutreiben, erklärte eine Polar- und Meeresforscherin.

«Im Moment scheint er nicht richtig weg zu kommen», sagte Daniela Jansen, Glaziologin am Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, der Nachrichtenagentur dpa. A68 ist einer der grössten Eisberge, die je beobachtet wurden. Er wiegt laut AWI mehr als eine Gigatonne und hat eine Fläche von 5800 Quadratkilometern.

Der Eisberg wackle in der Bucht im Larsen-C-Schelfeis hin und her, die durch seine Ablösung in der Zeit vom 10. bis 12. Juli entstanden war, sagte Jansen. Dabei habe sich der Koloss bereits ein bisschen gedreht, so dass sich der Spalt zur Schelfeiskante in Richtung Süden schon verbreitert habe. Schelfeis schwimmt auf dem Meer, wird von Gletschern gespeist und wächst immer weiter ins Meer, bis Teile abbrechen.

Die Wissenschaftlerin rechnet nun damit, dass sich an der Position des Eisbergs erst im antarktischen Sommer etwas ändern werde. Jetzt im Winter drücke zu viel Meereis gegen den Giganten. Im Sommer verziehe sich das zu Eis gefrorene Meerwasser vor der Küste. (sep/sda)

Erstellt: 10.08.2017, 08:51 Uhr

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