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Babys weinen je nach Muttersprache anders

Deutsche Babys schreien anders als Neugeborene aus China oder Frankreich, wie eine Studie zeigt. Das hat einen bestimmten Grund.

Klingt nicht auf der ganzen Welt gleich: Kindergeschrei.
Klingt nicht auf der ganzen Welt gleich: Kindergeschrei.
Archivbild, Keystone

«Ihr Weinen glich mehr einem Singsang», beschreibt die Würzburger Sprachforscherin Kathleen Wermke das Weinen chinesischer Babys. Neugeborene aus Kamerun oder Deutschland klingen anders.

Einfluss der Muttersprache ab der Geburt

Die Unterschiede kommen daher, dass in den jeweiligen Muttersprachen die Tonhöhe, in der die Silbe ausgesprochen wird, eine andere Bedeutung hat. In der Sprache der Chinesen und Kameruner seien Tonlagen wichtiger als in der deutschen Sprache, weshalb ihr Weinen sich eher wie Singen anhöre, erklärt Wermke gegenüber der deutschen Nachrichtenagentur dpa. Die Forscher gehen davon aus, dass Babys direkt nach der Geburt damit beginnen, ihre Muttersprache aufzunehmen und nicht erst, wenn sie selbst zu sprechen versuchen.

Untersucht wurden 42 Kinder aus Deutschland und Kamerun. Ähnlich wie in der Untersuchung sahen die Ergebnisse in einer zweiten Studie mit 55 Babys in Peking aus, wenn auch etwas schwächer ausgeprägt. Bei den Babys aus China und Kamerun war nicht nur der Abstand zwischen dem tiefsten und höchsten Ton deutlich grösser als bei den deutschen Babys, auch das kurzzeitige Auf und Ab der Töne fiel intensiver aus.

Babys nehmen Sprache bereits im Mutterleib wahr

Bei einem Test vor sieben Jahren stellte man diesbezüglich bereits einen Unterschied zwischen Neugeborenen aus Deutschland und Babys aus Frankreich fest. Demnach sollen Babys bereits im Mutterleib die Sprache der Eltern wie auch deren Betonung verinnerlichen.

Man habe die Babys für die Untersuchung nicht extra zum Weinen gebracht, betont Wermke. «Wir haben nur spontane Lautäusserungen aufgezeichnet, in der Regel immer dann, wenn sich ein Baby bemerkbar machte, weil es Hunger hatte.»

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