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Bis 2050 haben fast alle Seevögel Plastikmüll im Magen

In wenigen Jahrzehnten werden 99 Prozent aller Seevögel Plastikmüll gefressen haben. Zu diesem Ergebnis kommt ein internationales Forscherteam.

Umgeben von Plastikmüll: Ein Rotfusstölpel auf der Weihnachtsinsel. (Archivbild von 2013)
Umgeben von Plastikmüll: Ein Rotfusstölpel auf der Weihnachtsinsel. (Archivbild von 2013)
Britta Denise Hardesty/Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation via AP, Keystone

Plastikmüll ist für Meeresbewohner wie Fische, Wale, Schildkröten, Seevögel oder Robben bereits seit langem ein ernstes Problem. Fressen sie Plastikteile, kann das den Verdauungstrakt verstopfen, sodass die Tiere verhungern. Verfangen sie sich darin, können sie ertrinken. Wie gravierend die Folgen der Plastikverschmutzung in den Meeren sind, zeigt ein internationales Forscherteam, das seine Ergebnisse in den «Proceedings» der US-amerikanischen Nationalen Akademie der Wissenschaften publiziert hat.

99 Prozent aller 186 untersuchten Seevogel-Arten werden bis zum Jahr 2050 Kunststoffteile im Magen haben, behaupten die Wissenschaftler um Chris Wilcox von der Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation im australischen Hobart. Betroffen sind unter anderem Albatrosse, Möwen, Sturmvögel und Pinguine, wie «Sciencemag» berichtet. Sie analysierten Studien zu mehr als 130 Vogelarten aus den Jahren 1962 bis 2012. Zwei Drittel der Seevögel haben demnach bereits jetzt Plastikmüll im Bauch.

Effektivere Müllentsorgung gefordert

Pro Quadratkilometer treiben derzeit bis zu 580'000 Plastikteile in den Ozeanen, schätzt das Forscherteam. Zwischen 5 und 13 Millionen Tonnen Kunststoffmüll gelangen jährlich in die Meere. Dass sich die weltweite Kunststoffproduktion alle elf Jahre verdopple, verschärfe das Problem. Bei der Hälfte aller Seevogel-Arten gingen die Bestände zurück, betont Co-Autor Erik van Sebille vom Imperial College London.

Gemäss eigener Aussage erstellten die Wissenschaftler zwei Karten. Eine zeige die Lebensräume der Vögel, die andere die Verteilung des Plastikmülls. Beide Datensätze habe man dann übereinandergelegt und verglichen.

Besonders betroffen sei die Tasmansee zwischen Neuseeland und Australien, ebenso der nördliche Teil des Südlichen Ozeans rund um die Antarktis. Weil Plastik im Meer kaum verrottet, sondern nur in immer kleinere Teile zerfällt, fordern die Forscher eine effektivere Müllentsorgung.

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