Der 100-Jährige, der 800 Babys zeugte: Jetzt darf Diego nach Hause

Eine Unterart der Galapagos-Riesenschildkröte galt lange Zeit als so gut wie ausgestorben – bis «sex machine» Diego kam.

Ist nicht so verklemmt, wie es auf dem Bild erscheinen mag: Die Española-Riesenschildkröte namens Diego. Foto: Keystone/Galapagos National Park via AP

Ist nicht so verklemmt, wie es auf dem Bild erscheinen mag: Die Española-Riesenschildkröte namens Diego. Foto: Keystone/Galapagos National Park via AP

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Dank seines sexuellen Appetits wird der 100-jährigen Riesenschildkröte Diego zugeschrieben, dass sie ihre Art vor dem Aussterben bewahrt hat.

Es stand nicht gut um die Chelonoidis nigra hoodensis, eine Unterart der Galapagos-Riesenschildkröte. Sie galt lange Zeit als so gut wie ausgestorben. Laut dem britischen «Guardian» gab es nur noch 15 Riesenschildkröten – darunter nur drei Männchen –, ehe Diego entdeckt, rekrutiert und in ein Fortpflanzungsprogramm gesteckt wurde, um die Art zu retten.

Das Ergebnis: Diego hatte während des Aufzuchtprojekts so viele Begattungen, dass er dazu beitrug, die Population auf über 2000 Tiere zu erhöhen. Etwa 40 Prozent – ungefähr 800 Schildkröten – gehen auf das Konto von Diego, der vom «Guardian» als «sex machine» gewürdigt wird.

Mit der Erfüllung seiner Mission kehrt Diego nun auf seine Heimatinsel im Galapagos-Archipel zurück, wie die Nationalparkverwaltung der zu Ecuador gehörenden Inseln am Freitag mitteilte. Im März werde Diego auf seine Heimatinsel Española zurückgebracht.

Diego wurde 1976 aus einem Zoo in San Diego auf die Galapagos-Insel Santa Cruz gebracht. Er wiegt rund 80 Kilogramm, ist knapp 90 Zentimeter lang und 1,5 Meter gross, wenn er Beine und Hals streckt. Seine Geschichte verläuft diametral zu der des «Einsamen George»: Die Riesenschildkröte war 2012 im Alter von mehr als 100 Jahren gestorben. Er war das letzte bekannte Exemplar der Untergruppe Chelonoidis abingdoni.

Dank ihm stirbt seine Art nicht aus: Riesenschildkröten-Männchen Diego. Video: Tamedia/AFP (nag)

Erstellt: 15.01.2020, 08:43 Uhr

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