Der Hase mit den Eselsohren

Der Jackrabbit ist perfekt an das Leben in der Halbwüste angepasst. Über die Ohren kann er Körperwärme abgeben.

In ihrem Lebensraum müssen sich Kalifornische Eselhasen vor vielen Räubern schützen – da hilft die gute Tarnung mit dem gelbbraun-schwarzen Fell. Foto: Alamy

In ihrem Lebensraum müssen sich Kalifornische Eselhasen vor vielen Räubern schützen – da hilft die gute Tarnung mit dem gelbbraun-schwarzen Fell. Foto: Alamy

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Der Hase habe «die absurdesten Ohren, die jemals einem Tier aufgesetzt wurden, abgesehen vom Esel». Das schrieb Mark Twain in seinem 1872 veröffentlichten, halb autobiografischen Buch «Roughing It» («Durch dick und dünn») und nannte ihn daher «jackass rabbit» (Esel-Kaninchen). Später wurde daraus «jackrabbit». Und so wird der auffällige Wüstenbewohner, der trotz des Namens kein Kaninchen ist, auch heute noch genannt. Auf Deutsch heisst er Eselhase.

Lepus californicus, so sein wissenschaftlicher Name, lebt in den ­trockenen und heissen Halbwüsten, Steppen und Prärien im Südwesten der USA und in Mexiko. Sein bevorzugtes Habitat sind Gegenden, in denen Pflanzen wie der Kreosotbusch oder der Wüstenbeifuss gedeihen und wo auch Stauden und Gräser vorkommen. Eselhasen ernähren sich abends und in der Nacht von verschiedenen Pflanzen. Tagsüber dienen ihnen Büsche als Schutz, zum Beispiel vor Adlern, Habichten, Kojoten, Wildkatzen oder anderen Fressfeinden.

Auch die Elefanten machen das so

Die 50 bis 60 Zentimeter grossen und zwei bis drei Kilo schweren Hasen haben sich perfekt an das Leben in der Halbwüste angepasst. Zum einen sind sie mit ihrem gelbbraun-schwarzen Fell ziemlich gut getarnt. Zum anderen können sie praktisch das gesamte Wasser, das sie zum Leben benötigen, aus der Nahrung beziehen. Dazu muss der Wassergehalt der Pflanzen aber mindestens 80 Prozent betragen. Und dann haben die Jackrabbits auch noch ein ausgeklügeltes Wärmeregulationssystem.

Damit wären wir bei den Ohren. Dass diese so gross sind, hat nichts damit zu tun, dass Eselhasen besonders gut hören, sondern dass sie damit Wärme abgeben können. Dazu pumpen sie Blut in die feinen Äderchen der Ohren, wo dann die überschüssige Körperwärme an die Umgebung abgestrahlt wird. Selbst bei Temperaturen bis 30 Grad funktioniert diese Klimaanlage.

Auch andere Tiere benützen ihre Ohren, um Wärme abzugeben, Afrikanische Elefanten zum Beispiel. Dann ist da aber noch die Riesenohr-Springmaus aus der mongolischen Wüste. Ihre Ohren sind zwei Drittel so lang wie ihr Körper – das ist Rekord im Tierreich.

Erstellt: 02.08.2019, 19:44 Uhr

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