Die Alleskönner unter den Sträuchern

Sträucher können auch im Winter gepflanzt werden. Es lohnt sich dabei, auf Gehölze zu setzen, die mehrere willkommene Eigenschaften vereinen.

Schön fürs Auge, gut für Insekten und Vögel: Zwergflieder. Fotos: Alamy

Schön fürs Auge, gut für Insekten und Vögel: Zwergflieder. Fotos: Alamy

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Ein neues Gartenjahr ist angebrochen. Und während die meisten Pflanzen noch ruhen, spriesst bei vielen Gärtnerinnen und Gärtnern schon die eine oder andere Idee. Zum Beispiel den Garten mit neuen Sträuchern zu bestücken. Dazu ist jetzt sogar die richtige Jahreszeit. Denn: Sträucher können durchaus auch im Winter gepflanzt werden – vorausgesetzt, der Boden ist nicht gefroren.

Nicht ganz einfach ist jedoch die Wahl, denn es gibt Tausende von gartenwürdigen Gehölzen, und selten hat man Platz für alle, die einem gefallen. Bevor man zum Besuch in der Baumschule aufbricht, lohnt es sich, im eigenen Garten folgende Checkliste durchzugehen:

  • Wie sieht der Standort aus? Wie oft scheint hier die Sonne? Ist der Boden reich oder arm an Nährstoffen? Ist er wasserdurchlässig, oder müssen die Wurzeln Staunässe ertragen können?
  • Wie viel Platz steht überhaupt zur Verfügung? Wie hoch und wie breit kann der Strauch werden?
  • Was soll das neu zu pflanzende Gehölz bieten? Schöne Blüte, attraktives Laub und Rinde, feiner Duft, wertvoll für Insekten und Kleintiere? Nur das eine oder andere oder am liebsten alles miteinander?

Es gibt tatsächlich Gehölze, die verschiedene, in Gärten willkommene Eigenschaften mit­einander vereinen. Solche Alleskönner eignen sich besonders gut für kleine Gärten. Mit ihnen wird erlebbar, was Gärten so einzigartig macht: Gärten bilden die einzige Kunstform, die sämtliche Sinne anspricht. Hören, Sehen, Fühlen, Riechen und sogar Schmecken. Eine kleine, unvollständige Auswahl an Sträuchern, die im Garten in diesem Sinne sehr viel zu bieten haben:

Zwergflieder

Der Zwergflieder Palibin (Syringa meyeri Palibin) betört im Mai und im Juni mit seinen stark ­duftenden zartrosa Blüten. Da er sehr langsam wächst und nur ­circa 120 Zentimeter gross wird, braucht er nicht geschnitten zu werden und eignet sich sehr gut auch für kleine Gärten oder sogar für einen Topf auf dem ­Balkon.

An den Boden hat der Klein­strauch keine grossen Ansprüche. Er steht gerne in der Sonne oder im Halbschatten. Im September blüht er ein zweites Mal, wenn auch weniger intensiv. Nicht alle Flieder werden von ­Insekten besucht. Der Zwergflieder Palibin jedoch bildet Nektar und hat somit auch der Insektenwelt etwas zu bieten.

Zierapfel

Der Zierapfel Evereste (Malus Evereste) gehört zur Spitze der Alleskönner. In den Monaten ­April und Mai erfreut er mit seinen weissen, im Aufblühen rosafarbenen Blüten, die leicht duften und von zahlreichen Bienen und anderen Insekten besucht werden. Da der Strauch viele Pollen bildet, hilft er auch bei der Bestäubung im Obstgarten.

Beliebt bei Vögeln: Zierapfel. Foto: iStock

Im Sommer sieht man die winzigen grünen Äpfelchen wachsen, bis sie sich schliesslich rot färben und im Herbst, zusammen mit dem farbigen Laub, zu einem richtigen Hingucker werden. Die essbaren Äpfelchen bleiben lange in den Winter hinein hangen und sind bei Vögeln sehr beliebt. Der Zierapfel wächst in der Sonne und im Halbschatten und ist mit normaler Gartenerde zufrieden.

Kornelkirsche

Die Kornelkirsche (Cornus mas) blüht als eine der Ersten im Garten und ist deshalb für die Bienen äusserst wertvoll. Bereits ab Februar bis in den April öffnet die Kornelkirsche ihre gelben, nach Honig duftenden Blüten. Da es zu dieser Zeit noch kaum Laub hat im Garten, sieht man die Blüten zwischen den Zweigen wunderschön leuchten. Der einheimische Strauch (auch Tierlibaum genannt) wächst in der Sonne und im Halbschatten ohne grosse Ansprüche an den Boden. Er lässt sich als Strauch, Hecke oder Formgehölze erziehen.

Leuchtende, nach Honig duftende Blüten: Kornelkirsche im Frühling. Foto: Alamy

Die länglichen roten Früchte, die sich im Herbst bilden, sind reich an Vitamin C und können zum Beispiel für Sirup oder Konfitüre verarbeitet werden. Oder man kann sie auch einfach den Vögeln überlassen, die sich gerne bedienen.

Felsenbirne

Felsenbirne (Amelanchier ovalis oder Amelanchier lamarckii) – der Name verwirrt: Dieser einheimische Strauch bildet nämlich keine Birnen, sondern dunkelblaue, an Heidelbeeren erinnernde Beeren. Diese können frisch gegessen oder zu ­Konfitüre verarbeitet werden. Manchmal sind jedoch die Vögel schneller. Im April und im Mai sind die vielen Blüten sehr ­attraktiv, darüber hinaus locken sie zahlreiche Insekten an.

Zeigt weisse Blüten im Frühling: Felsenbirne. Foto: Alamy

Im Herbst verabschiedet sich die Felsenbirne mit einem wunderschön farbigen Blätterkleid in die Winterruhe. Der pflegeleichte Strauch kann in der Sonne oder im Halbschatten stehen und mag es eher trocken.

Erstellt: 26.01.2020, 17:30 Uhr

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