Vogelschwarm

Die Invasion der Bergfinken

Millionen Bergfinken schwärmten über den Abendhimmel beim deutschen Hasel nahe der Schweizer Grenze, um in einem Waldstück zu nächtigen.

Überwältigendes Naturspektakel: Millionen Bergfinken am süddeutschen Abendhimmel. (Video: Stefan Hohler)

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Es ist ein Naturschauspiel, das sich nur alle paar Jahre zeigt: Millionen Bergfinken, die sich während der letzten Wochen bei Hasel über einem Tannenwald versammelten. Dort, zwischen Hasel und Schopfheim in Süddeutschland, suchten die Millionenschwärme jeweils einen Schlafplatz. Dieser ist deshalb ein bekanntes Ausflugsziel für Schaulustige geworden. Bis zu 200 Personen reisten an einem Samstagabend an, wie Naturschutz.ch schreibt.

Obwohl der Bergfink regelmässig in der Schweiz zu Besuch ist, sind so grosse Schlafplätze wie hier (siehe Video unten) aussergewöhnlich. Im Winter, wenn die Tiere auf der Suche nach ihrer Lieblingsnahrung, den Buchennüsschen (Bucheckern), sind, schliessen sie sich zu Schwärmen zusammen. Dies erklärt, warum in Gebieten, wo die Buchen viele Nüsse tragen, Millionen von Bergfinken auftreten können.

Dies war bei Hasel nicht nur sichtbar, Besucher konnten die Millionenschwärme deutlich hören und sogar den Kot riechen. Schon gegen 16 Uhr tauchten die ersten kleineren Schwärme auf. Zielstrebig flogen sie auf das Waldgebiet zu, drehten ihre Runden und liessen sich nieder.

Weiter nach Norden

Gemäss der Schweizerischen Vogelwarte Sempach ziehen Bergfinken ab Mitte September von ihren Brutgebieten in den Wäldern Nordeuropas und Sibiriens nach West-, Mittel- und Südeuropa. In unregelmässigen Abständen finden bei uns Masseneinflüge statt. Zuletzt war ein Bergfinkenschwarm dieses Jahr in der Region von La Joux zu sehen.

Mittlerweile herrscht über dem Waldstück bei Hasel wieder Stille – die Bergfinkenschwärme sind wieder in den Norden gezogen. Wann man dieses Spektakel wieder beobachten kann, ist ungewiss.

Erstellt: 09.03.2015, 20:59 Uhr

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