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Die Luzerner Flutwelle von 1601 war «zwei Hellebarden hoch»

Von einer «Tsunamigefahr» kann man in der Schweiz nicht sprechen. Doch Flutwellen in den Seen sind nicht ausgeschlossen – wie vor 400 Jahren in Luzern.

Erwin Haas
«Grundsätzlich ist kein Schweizer See von einer Flutwellengefahr ausgenommen»: Hochwasser der Reuss in der Stadt Luzern 2005.
«Grundsätzlich ist kein Schweizer See von einer Flutwellengefahr ausgenommen»: Hochwasser der Reuss in der Stadt Luzern 2005.
Keystone

Das Erdbeben, das mitten in der Nacht auf den 18. September 1601 die Zentralschweiz erschütterte, würde man heute als Jahrhundertereignis bezeichnen. Es hatte eine Stärke von 6,2 auf der Richterskala. Und darauf folgte eine Flutwelle im Vierwaldstättersee, die mindestens acht Todesopfer forderte, die meisten in Beckenried. Sie unterspülte die Ufer. In Nidwalden, wo das Epizentrum lag, zerstörte das Erdbeben Kirchen, Ställe, Häuser und die meisten Öfen. Der damalige Luzerner Stadtschreiber Renward Cysat beschrieb das «wild gethümmel und wäsen mitt rumplen und boldern» in einem ausführlichen Bericht und hielt darin fest, wie das Wasser wütete.

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