Diese Schlange bewegt sich seitwärts

Die Sidewinder-Schlange berührt meist mit nur zwei Punkten des Körpers den Boden. Sie ist ein Vorbild für Entwickler von Robotern.

Die Sidewinder-Schlange hinterlässt j-förmige Spuren im Sand. Foto: Alamy

Die Sidewinder-Schlange hinterlässt j-förmige Spuren im Sand. Foto: Alamy

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Sich auf brütend heissem Boden fortzubewegen, ist unangenehm. Erst recht, wenn man keine Beine hat, sondern auf dem Bauch durch die Gegend kriecht. Und brütend heiss ist der Sand in den Wüstenregionen des amerikanischen Südwestens, wo die Sidewinder-Schlange lebt, ziemlich häufig. Doch die Schlange hat eine raffinierte Art der Fortbewegung entwickelt: Sie schlängelt sich seitwärts durch die Landschaft und berührt den heissen Sand meist nur mit zwei Punkten ihres Körpers, den Rest hebt sie vom Boden ab.

Der Wüstensand ist nicht nur oftmals heiss, sondern kein besonders stabiler Untergrund, vor allem wenn es bergauf geht. Die 2-Punkte-Technik ist auch hier besonders praktisch und erlaubt der Sidewinder-Schlange sogar, steilere Dünen zu erklimmen. Im Sand hinterlässt sie dabei die typischen Spuren, die aussehen wie der Buchstabe J. Mit ihrer Art sich fortzubewegen, ist die Sidewinder-Schlange eine der schnellsten ihrer Art, Geschwindigkeiten bis zu 30 Kilometer pro Stunde kann sie mit dieser Technik erreichen.

Vor allem in den Sommermonaten aktiv

Den losen Sand nützt sie auch bei der Jagd. Mit Wellenbewegungen arbeitet sie sich an geeigneten Stellen in den Untergrund, bis nur noch die Augen sichtbar sind, und wartet so auf Beute. Mit ihrem Gift lähmt und tötet sie die Beutetiere, sie ernährt sich von Echsen und kleinen Nagern.

Wie viele Wüstentiere ist auch die ­Sidewinder-Schlange, die zur Familie der Klapperschlangen gehört, vor allem in den heissen Sommermonaten nachtaktiv. Zu kühleren Zeiten ist sie auch tagsüber aktiv. Die Sidewinder-Schlange ist nicht besonders gross. Ausgewachsene Tiere erreichen eine Körperlänge von 50 bis 80 Zentimeter, und ihr Gift ist nicht so stark wie das anderer Klapperschlangen-Arten.

An dieser effizienten Art, sich im Sand zu bewegen, sind sogar Entwickler von Robotern interessiert. In einem Forschungsprojekt des Georgia Institute of Technology und dem Zoo in Atlanta studierten Robotiker vor einigen Jahren die Fortbewegung der Sidewinder-Schlange, um sie in Robotern für Wüsteneinsätze nachzubauen. (abr)

Erstellt: 10.08.2019, 17:03 Uhr

Sommer-Bildserie Wüstentiere

Viele Tierarten, die in heissen und ­trockenen Lebensräumen zu Hause sind, verfügen über besondere Anpassungen, dank denen sie Hitze, Wassermangel
und andere Unbill bewältigen. In unserer wöchentlichen Sommerserie stellt
die Wissen-Redaktion einige der bemerkenswertesten Tiere vor.
Bisher sind erschienen:
Dornteufel (20. 7.); Wüstenfrosch (27. 7.); Eselshase (3. 8.)

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