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Die weissen Flecken der Gletscherforscher

Für zuverlässige Voraussagen über die Zukunft der Gletscher weltweit fehlt es den Forschern an wichtigen Messdaten. Was sie wissen: Die Gletscher schmelzen durch den Klimawandel.

Hier werden Gletscherfachleute aus den Anden und Eurasien in Massenbilanzen geschult: Der Findelengletscher im Monte-Rosa-Massiv.
Hier werden Gletscherfachleute aus den Anden und Eurasien in Massenbilanzen geschult: Der Findelengletscher im Monte-Rosa-Massiv.
Olivier Maire, Keystone

Es war ein gutes Jahr für die Alpengletscher. Ein langer, schneereicher Winter, vereinzelt Schneefälle im Sommer. Die Schweizer Gletscher scheinen in den letzten zwölf Monaten kaum weiter an Eismasse verloren zu haben. Das zeigen zumindest die ersten provisorisch ausgewerteten Daten der Universität Freiburg und der ETH Zürich für das hydrologische Haushaltsjahr, das am 30. September endete. Trotzdem wundert sich Michael Zemp über Schlagzeilen, die verkünden, dass die Gletscher wieder wüchsen. «Das sind Falschmeldungen», sagt der Glaziologe von der Universität Zürich. Unter Wachstum verstehen Gletscherforscher etwas anderes. Für eine Trendumkehr braucht es langjährige Veränderungen. Und das ist in der Schweiz bei praktisch keinem der rund 110 aktiv beobachteten Gletscher der Fall. So fällt das Fazit von Michael Zemp für dieses Jahr differenzierter aus: Der strenge Winter hat in den Alpen zwar zu einem guten Schneezuwachs in den oberen Gletscherzonen geführt, dennoch gingen die Gletscherzungen kontinuierlich zurück.

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