Dieser Winter ist so mild und trocken wie selten

Kaum Schnee, überdurchschnittlich warme Temperaturen: Das Flachland spürt bisher nicht viel vom Winter – und das bleibt vorerst auch so.

Die Temperaturen und das Wetter sind angenehm: Menschen geniessen die Aussicht vom Zürcher Uetliberg (2. Januar 2020). Foto: Keystone

Die Temperaturen und das Wetter sind angenehm: Menschen geniessen die Aussicht vom Zürcher Uetliberg (2. Januar 2020). Foto: Keystone

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Wo bleibt der Schnee? Das fragt man sich im Flachland schon seit Wochen. In Bern und Zürich fielen nur einmal ein paar Zentimeter, die gleich wieder schmolzen, das war am 12. Dezember. Und auch wenn die Temperaturen derzeit gerade tief sind, fühlten sich der Dezember und der Januar nicht wirklich nach Winter an.

Noch selten war es so mild und so trocken. Das belegen Daten von Meteo Schweiz. Bei der Wetterstation Zürich-Fluntern gab es im Januar (inklusive der Prognosen für die kommenden Tage) nur 26,6 Millimeter Niederschlag. In den letzten 20 Jahren war es nur zweimal gleich trocken. Seit Messbeginn vor 158 Jahren gab es das nur 28-mal.

Aussergewöhnlich ist die momentane Situation auch, weil die Niederschlagsmenge im Januar seit Messbeginn tendenziell zugenommen hat. Das gilt nicht nur für Zürich, sondern auch für Bern. Dort zeigt sich das gleiche Bild: Bei der Station Bern-Zollikofen war es in den letzten 20 Jahren nur zweimal so trocken wie im aktuellen Januar, seit Beginn der Messreihe nur 35-mal.

Wie Meteonews kürzlich mitteilte, ist der Januar bisher nicht nur niederschlagsarm, sondern wegen des hochdruckbestimmten Wetters auch aussergewöhnlich sonnig. In Bern, Neuenburg und Payerne wurde schon am 21. Januar – also nach erst zwei Dritteln des Monats – der sonnigste Januar seit Messbeginn verzeichnet. In Payerne reicht die Messreihe bis ins Jahr 1964 zurück, in Neuenburg bis 1959 und in Bern sogar bis 1886.

Zudem ist es diesen Winter überdurchschnittlich mild. In Bern betrug die Durchschnittstemperatur im Januar 0,9 Grad. Zum Vergleich: In den letzten 30 Jahren waren es 0,2 Grad. Noch krasser war es im Vormonat, als die Temperatur ganze 2,3 Grad über dem langjährigen Schnitt lag. Damit war der vergangene Dezember der siebtwärmste überhaupt.

In Zürich lagen sowohl der Januar (2,6 statt 0,9 Grad) als auch der Dezember (3,8 statt 1,6 Grad) deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Bisher gab es nur sieben Dezember-Monate bei der Station Zürich-Fluntern, die noch wärmer waren.

Landesweit war der Dezember gar der drittwärmste seit Messbeginn. Einzelne Föhntäler der Alpennordseite registrierten den mildesten Dezember seit Messbeginn im Jahr 1864. Auch der Januar ist bisher wärmer als üblich, die teilweise eisigen Temperaturen der letzten Tage sind eine Ausnahme.

Laut Meteo Schweiz ist nicht mit einer Kälteperiode zu rechnen – im Gegenteil: Die Meteorologen erwarten, dass es in den kommenden sieben bis zehn Tagen wieder milder wird. Dafür gibt es auch Niederschlag. Auf Schnee darf sich das Flachland allerdings nicht freuen. Die Schneefallgrenze dürfte bei 1200 bis 1600 Metern liegen.

In Basel hat es bis heute noch nicht geschneit. Langsam, aber sicher nähert sich die Stadt damit dem Rekord an. Erst viermal in den letzten 90 Jahren kam der erste Neuschnee später als am 24. Januar.

Ob der Winter im Flachland im Februar endlich kommt, ist alles andere als sicher. Glaubt man den saisonalen Prognosen von Meteo Schweiz, wird es auch im kommenden Monat eher mild bleiben. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Vorhersage stimmt, liegt aber nur bei 60 Prozent. Die Wetterprognose über ­mehrere Monate bleibt ein Experiment (Lesen Sie hier, warum).

Erstellt: 24.01.2020, 17:52 Uhr

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