Zum Hauptinhalt springen

Ein Schwalbennest für die Besucher

Umweltministerin Doris Leuthard hat in Sempach das neue Besucherzentrum der Vogelwarte eröffnet. Der Bau ist in der Schweiz einmalig.

Mehr platz für Besucher: Bundesrätin Doris Leuthard und Richard Maurer von der Vogelwarte Sempach im neuen Besucherzentrum. (2. Mai 2015)
Mehr platz für Besucher: Bundesrätin Doris Leuthard und Richard Maurer von der Vogelwarte Sempach im neuen Besucherzentrum. (2. Mai 2015)
Keystone
Zeigt, wie wichtig Vögel für die Natur sind: Leuthard in der neuen Ausstellung.  (2. Mai 2015)
Zeigt, wie wichtig Vögel für die Natur sind: Leuthard in der neuen Ausstellung. (2. Mai 2015)
Keystone
Der Bau kostete 15 Millionen Franken. (2. Mai 2015)
Der Bau kostete 15 Millionen Franken. (2. Mai 2015)
Keystone
1 / 3

Die Schweizerische Vogelwarte hat in Sempach LU ein neues Besuchszentrum eröffnet. Der 15-Millionen-Franken-Bau will mit einer interaktiven Ausstellung Begeisterung für einheimische Vögel wecken. Bautechnisch ist er ein schweizweit einmaliger Wurf.

Das neue Zentrum am Sempachersee, das an einer Feier im Beisein von Umweltministerin Doris Leuthard und 400 Gästen eröffnet wurde, ist nach Angaben der Vogelwarte das erste dreigeschossige Lehmgebäude der Schweiz.

1000-Tonnen-Lehmgebäude

Die Bauweise erinnert an Schwalbenvögel, die ihre Nester ebenfalls mit Lehm konstruieren. Entworfen hat das 1000-Tonnen-Lehmgebäude das Bieler Architekturbüro mlzd.

Mit der neuen Attraktion will die Vogelwarte mehr Besucher für die gefiederten Tiere begeistern und für den Schutz wildlebender Vögel werben. Zudem erhält die Stiftung mehr Platz, um die steigenden Zahlen an Besuchergruppen und an Vögeln für die Pflegestation zu bewältigen.

Bundesrätin Leuthard sagte nach einer Führung durch die Ausstellung, den Besuchern werde vor Augen geführt, dass Vögel Botschafter für den Naturschutz und für eine intakte Umwelt seien. Ohne Vögel gebe es auch keine Menschen.

Weiter sagte Leuthard in ihrer Rede, 40 Prozent der einheimischen Vogelarten seien von der Existenz bedroht. Der Bundesrat wolle die Artenvielfalt mit zusätzlichen Millionen-Beträgen fördern, sofern die Kantone mitzögen.

Mehrfach betonte sie, es brauche ein Nebeneinander von Anlagen, die die Wirtschaft und die Gesellschaft wollten, und die mit den Vögeln vereinbar seien.

Aus Holz und Lehm

Das neue Informationszentrum wolle zum Denken anregen, sagte Richard Maurer, Stiftungsratspräsident der Vogelwarte. Es solle die Besucher begeistern und Politiker dafür sensibilisieren, einen Beitrag an die Biodiversität zu leisten.

Das neue Gebäude, an dem knapp zwei Jahre gebaut wurde, besteht aus zwei kompakten Trakten aus Lehm aus dem Laufental BL, die durch ein lichtes Foyer aus Lärchenholz verbunden sind. Spezielle Scheiben sollen verletzte Vögel vermeiden. An der Entwicklung des Glases war die Vogelwarte selbst beteiligt.

In den neuen Gebäuden untergebracht sind eine interaktive Ausstellung zu den Themen Fortpflanzung, Fressen, Überleben, Federn, Fliegen und Vogelzug. Gezeigt wird auch, wie sich die Vogelwarte für die Erforschung, den Schutz und für die Förderung der einheimischen Vogelwelt einsetzt.

Volieren im Garten

Neben einem Theater mit Filmprojektion und Robotern mit Vogelstimmen ist in einem Kino eine Rundreise durch die Schweiz von Tierfilmer Marc Tschudin zu sehen. Echte Vögel können Besucher draussen im Garten in Volieren oder von einem Gehweg mit Aussichtsstegen am Ufer des Sempachersees beobachten.

Teil der neuen Anlage ist auch eine Vogel-Pflegestation, die bereits Ende 2014 in Betrieb ging. In dieser sollen sich Pflegerinnen und Pfleger rund um die Uhr um jährlich gegen 1000 verletzte oder von ihren Eltern verlassenen Wildvögel kümmern.

Das neue Besucherzentrum, die Vogelpflegestation und die Renaturierung der Seeparzelle kosteten rund 15 Millionen Franken. Finanziert wurde das Projekt über speziell für den Bau gedachte Donatorenbeiträge von Stiftungen, Firmen und Privaten, über Lotteriefonds-Gelder aus 17 Kantonen sowie Geld vom Bund und der Gemeinde Sempach.

SDA

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch