Zum Hauptinhalt springen

Insektenschwund: Es sind nicht nur die Pestizide

Die übertriebene Pflege von Grünanlagen oder Gärten ist für die Insekten ebenso vernichtend wie die chemische Keule. 700 Arten sind in der Schweiz bedroht.

Impressionen aus der Ausstellung «Insektenwelt» im Zoologischen Museum der Uni Zürich. (Archiv)
Impressionen aus der Ausstellung «Insektenwelt» im Zoologischen Museum der Uni Zürich. (Archiv)
Melanie Duchene, Keystone

60 Prozent der 1143 in der Schweiz vorkommenden Insekten-Arten sind gefährdet. «Besorgniserregend» finden die Akademien der Wissenschaften Schweiz. Denn Insekten erbringen «unersetzliche Dienstleistungen» wie Schädlingsbekämpfung, Bestäubung und Humusproduktion.

Eine Langzeitstudie aus Deutschland hat ergeben, dass dort in den letzten 30 Jahren die Insektenbiomasse um 76 Prozent abgenommen hat. Die Verhältnisse seien mit dem Schweizer Mittelland vergleichbar, teilten die Akademien am Freitag mit.

Es sind nicht nur die Pestizide, die mit den Schädlingen auch die Nützlinge umbringen. Strukturen wie Hecken, Steinhaufen, alleinstehende Bäume und totes Holz – alles Lebensräume für Insekten – werden weggeräumt. Selbst in Privatgärten und auf öffentlichen Grünflächen werden Insekten-Biotope durch zu viel Pflege zerstört.

Die Folgen sind dramatisch

Je weniger verschiedene Bestäuber vorkommen, desto geringer ist die Frucht- und Samenproduktion beispielsweise bei Obst und Gemüse. Da mangels Insekten weniger organisches Material zersetzt wird, wird zudem weniger Humus gebildet und die Bodenfruchtbarkeit nimmt ab.

Ausserdem versagt die natürliche Schädlingsregulierung. Schadorganismen vermehren sich. Mittlerweile kann man Nützlinge wie die Schlupfwespe – ein natürlicher Feind von verschiedenen Motten, Fliegen und Käfern – im Fachhandel erwerben, ebenso wie Wildbienen, die klassischen Bestäuber.

«Um den Insektenschwund aufzuhalten und die damit verbundenen Risiken möglichst gering zu halten, ist es besonders dringlich, die bekannten Ursachen für die Rückgänge jetzt anzugehen», mahnen die Akademien.

(SDA)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch