Jetzt kommt der Regen

In Deutschland brennen Wälder, Bauern sorgen sich um die Ernte. In der Schweiz zeichnet sich dagegen eine Entspannung ab.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Waldbrandgefahr ist im Bündnerland und im Rheintal stellenweise erheblich. Grund sind die wenigen Niederschläge. In Deutschland ist die Situation schlimmer, doch auch die Schweiz bleibt laut Meteorologen von der Trockenheit nicht verschont.

Am Ostermontag etwa geriet in Scheid im Kanton Graubünden ein Feuer einer selbst gebauten Feuerstelle ausser Kontrolle. Die Flammen sprangen auf dürres Gras über und breiteten sich zu einem Flurbrand aus.

Dürre von 2018 könnte sich wiederholen

Im deutschen Thüringen kämpft die Feuerwehr seit Tagen gegen ein Feuer in einem unzugänglichen Steilhang. In Ostdeutschland ist die Waldbrandgefahr besonders hoch – in manchen Gebieten gilt die höchste Warnstufe. Waldbrände wüten auch in Schweden und Norwegen. Hunderte Menschen mussten dort ihre Häuser verlassen.

Die Böden in Deutschland sind noch trockener als im vergangenen Jahr. Gehe es so weiter, könne sich die Dürre von 2018 wiederholen oder sogar übertroffen werden, teilte der Deutsche Wetterdienst mit. Viele Bauern sind deshalb angespannt, wie Joachim Rukwied der Nachrichtenagentur AFP sagte. Laut dem Präsidenten des Deutschen Bauernverbands ist für Getreide und Raps das Wetter der kommenden sechs bis acht Wochen entscheidend.

Regen aufs Wochenende

«Auch wir hatten eine lange Trockenphase, und dazu kam der Föhn», sagt Roger Perret von Meteonews. «Doch in der Schweiz ist es noch nicht so schlimm wie in Ostdeutschland»

In der Nacht auf den Freitag ziehen zudem hierzulande immer dichtere Wolken auf. Eine Kaltfront bringt Regen und ab 1000 Metern Schnee. Am Wochenende ist es verbreitet kühl und nass. «Die Niederschläge bringen sicher eine leichte Entspannung», sagt Perret. Die Waldbrandgefahr werde sinken, doch für wie lange, könne niemand sagen.

Am Wochenende wird es nass. Wetterbericht vom Donnerstag. Video: Meteonews

Weil die Niederschläge im Winter knapp ausfielen, seien die Wasserspeicher noch immer nicht gefüllt. Das wirke bis jetzt nach. Ob die Trockenheit mit dem Klimawandel zusammenhängt, kann Perret nicht sagen. «Von einzelnen Jahren kann man keine Rückschlüsse ziehen. Einen direkten Zusammenhang kann man höchstens vermuten.»

Pollen im Anflug

Heuschnupfengeplagte sollten die regnerischen Tage geniessen. Denn laut Peret blühen nun die Gräser. Und bereits jetzt machen Birkenpollen Allergikern das Leben schwer.

Zu sichtbaren Pollenwolken werde es dieses Jahr kaum kommen, sagt der Meteorologe. Denn diese werden von Nadelbäumen wie den Kiefern oder Fichten verursacht, die jedes Jahr unterschiedlich stark blühen. Im Gegensatz zu 2018 blühen sie dieses Jahr laut Peret wenig. Die Wolken seien jedoch ohnehin selbst für starke Allergiker harmlos: «Pollen von Nadelhölzern sind nicht allergen.»


Pollensturm über der SchweizRegelrechte Pollenschwaden wehen aktuell durch die Schweiz. Schuld sind der Westwind und die blühenden Bäume. (April 2018)

Erstellt: 25.04.2019, 12:01 Uhr

Artikel zum Thema

Die Fichte ist am Ende – so sieht der Wald in Zukunft aus

Der häufigste Baum der Schweiz leidet stark unter dem Klimawandel und extremen Wetterereignissen. Die Zerstörung hat aber auch Vorteile. Mehr...

Das müssen Sie über Heuschnupfen wissen

Wann genau die Pollen auftreten, warum immer mehr Menschen betroffen sind und wie man die Beschwerden reduzieren kann. Mehr...

Mehr Sonne als im Engadin

Der Februar 2019 war verbreitet deutlich zu mild, zu trocken und viel zu sonnig. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Weiterbildung

Gamen in der Schule

Die Schule bereitet Kinder auf die Arbeitswelt vor. Das Rüstzeug soll auch spielerisch vermittelt werden.

Kommentare

Abo

Abo Digital Light - 18 CHF im Monat

Unbeschränkter Zugang auf alle Inhalte und Services (ohne ePaper). Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Herbstlich gefärbte Weinberge: Winzer arbeiten in Weinstadt, im deutschen Baden-Württemberg. (17. Oktober 2019)
(Bild: Christoph Schmidt/DPA) Mehr...