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«Kanada hat den Eklat verursacht, das Problem sind aber die USA»

Kanada steigt aus dem Kyoto-Abkommen aus. Der Politologe Thomas Bernauer, der die ETH Zürich an der UN-Klimakonferenz in Durban vertrat, erklärt, welche Konsequenzen dies hat.

Lässt viel CO2 in die Luft: Kohlekraftwerk ausserhalb Moskaus.
Lässt viel CO2 in die Luft: Kohlekraftwerk ausserhalb Moskaus.
Keystone

Herr Bernauer, Sie sind eben erst von der UN-Klimakonferenz in Durban zurückgekehrt. Kanada hat nur einen Tag nach Abschluss der Verhandlungen mitgeteilt, dass es aus dem Kyoto-Klimaschutzabkommen aussteigt. Ist dieser Schritt für Sie nachvollziehbar?

Ich empfinde es als grosse Dummheit. Eine Überraschung ist es aber nicht, denn die Kanadier bewegen sich politisch im Fahrwasser der USA, die sich gegen das Kyoto-Protokoll sperren. Das Gerücht, dass Kanada aussteigen würde, kursierte seit Monaten. Denn man wusste, dass Kanada seine Verpflichtungen im Rahmen des Abkommens nicht erfüllen können wird. Anstandshalber hat das Land den Ausstieg nicht schon vor der Klimakonferenz in Durban angekündigt. Man wollte nicht gleich den Holzhammer auspacken, das merkte man an der Konferenz. Aber nun ist die Anstandsfrist offenbar vorbei.

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