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«Kindstötungen kommen selten vor»

Der Zoologe und Primatenforscher Carel van Schaik sagt, dass Infantizide im Tierreich keinen Vorteil bringen, aber in Ausnahmesituationen trotzdem geschehen.

Löwenäffchen-Weibchen können ihren Nachwuchs vernachlässigen oder gar töten, wenn der Partner plötzlich fehlt. Foto: Getty Images
Löwenäffchen-Weibchen können ihren Nachwuchs vernachlässigen oder gar töten, wenn der Partner plötzlich fehlt. Foto: Getty Images

Warum tötet eine Mutter ihre Kinder?

Die Beweggründe bleiben in den meisten Fällen schwer verständlich und sind letztlich kaum zu erklären. Daran ändert auch ein Schuldeingeständnis nichts, wie es jüngst nach den zwei Kindstötungen im zürcherischen Flaach abgegeben wurde. Solche Fälle sind selten, kommen aber immer wieder vor. Doch wie kann es geschehen, dass eine Frau die wohl stärkste Bindung, die wir zwischen zwei Menschen kennen, gewaltsam kappt? Mit dieser Frage konfrontiert sieht sich auch der Zoologe Carel van Schaik, Direktor des Anthropologischen Instituts an der Universität Zürich. Seit über 30 Jahren untersucht er das Sozialverhalten der Primaten, unserer nächsten Verwandten im Tierreich. Dort sind die Gründe, die zum Infantizid führen können, gut erforscht.

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